Wofür ist Vitamin D3 überhaupt gut? Dein Körper produziert Vitamin D hauptsächlich selbst, und zwar mit Hilfe von Sonnenlicht in deiner Haut. Es spielt eine wichtige Rolle für deinen Knochenstoffwechsel und ist an verschiedenen Stoffwechselvorgängen sowie der Bildung von Proteinen beteiligt. Über die Nahrung deckst du nur einen kleinen Teil deines Bedarfs.
Das Problem: In unseren Breitengraden reicht die Wintersonne nicht aus, um genügend Vitamin D zu bilden. Deshalb denken sich viele, dass Pillen oder Tropfen die Lösung sind. Aber ganz so einfach ist es nicht.
Für wem Ergänzung sinnvoll ist
Nicht jeder braucht zusätzliches Vitamin D. Aber es gibt bestimmte Personengruppen, bei denen eine niedrig dosierte Einnahme (maximal 800 Internationale Einheiten täglich) gerade von Oktober bis März durchaus sinnvoll sein kann:
- Personen über 65 Jahre
- Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten
- Personen mit dunkler Hautfarbe in sonnenarmen Regionen
- Menschen mit starker Adipositas
- Personen mit chronischen Erkrankungen der Nebenschilddrüse, Niere oder des MagenDarmTrakts
- Menschen, die aus religiösen Gründen nur vollständig bedeckt nach draußen gehen
Säuglinge sollten übrigens spezielle Vitamin-D-Arzneimittel bekommen – das ist etwas anderes als die frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel.
Wann aufpassen
Hier kommt der Knackpunkt: Von 25 untersuchten Präparaten wurden nur zwei als uneingeschränkt empfehlenswert eingestuft. 13 weitere gelten als wenig geeignet. Von fünf Produkten wird sogar ausdrücklich abgeraten, weil sie bei dauerhafter Einnahme im schlimmsten Fall zu Nierenschäden führen könnten.
Das Hauptproblem liegt in der Dosierung. Die untersuchten Mittel enthielten Tagesdosen zwischen 200 und 4000 I.E. – aber die meisten waren schlicht zu hoch dosiert. Dazu kommen oft unnötige Kombinationen mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin K2, Magnesium, Selen oder Zink.
Wissenschaft
Wenn du gesund bist und ausreichend mit Vitamin D versorgt, wirst du von einer zusätzlichen Einnahme wahrscheinlich nicht profitieren. Es ist auch nicht ausreichend belegt, dass sich damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs vorbeugen lassen. Vor Atemwegsinfekten schützt es höchstens in geringem Maß.
Interessant: Unter Fachleuten wird über kaum ein anderes Nahrungsergänzungsmittel so intensiv diskutiert. Während manche eine Supplementierung für alle Menschen empfehlen, sind andere deutlich vorsichtiger. Eine neue S3-Leitlinie zur Vitamin-D-Substitution soll Ende März 2026 mehr Klarheit bringen.
Praktische Tipps
Bevor du jetzt Geld für Präparate ausgibst, hier ein paar Dinge zum Nachdenken:
Lass deinen Vitamin-D-Spiegel am besten Ende Winter bestimmen – dann weißt du, ob du überhaupt etwas unternehmen solltest. Mit einer normalen Dosierung von 1000 I.E. hast du Ende Winter in der Regel einen gerade noch ausreichenden Spiegel zwischen 20 und 30 nmol/l.
Wenn du höher dosierte Präparate oder Depotpräparate einnehmen möchtest, solltest du das nur unter ärztlicher Kontrolle tun. Denn ja, auch Vitamin-D-Präparate können bei falscher Dosierung oder falscher Kombination zu Vergiftungen führen.
Vitamin D ist wichtig, keine Frage
Aber nicht jeder braucht automatisch ein Präparat. Wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, kann eine niedrig dosierte Ergänzung im Winter sinnvoll sein. Für alle anderen gilt: Rausgehen, Sonnenlicht tanken (wenn möglich) und sich nicht von dem Hype verrückt machen lassen.
Und wenn du unsicher bist? Sprich mit deinem Arzt und lass deinen VitaminD-Status überprüfen. Das ist allemal besser, als einfach irgendwelche Pillen zu schlucken und zu hoffen, dass es hilft.
