Freitag, Januar 30, 2026
GesundheitWie wird Magen-Darm-Krankheit übertragen?

Wie wird Magen-Darm-Krankheit übertragen?

Wie geht Magen-Darm-Krankheit von Mensch zu Mensch?

Gerade erst hat jemand in deinem Umfeld mit Übelkeit und Durchfall zu kämpfen und schon fragst du dich: Erwischt es mich als Nächstes? Eine berechtigte Sorge.

Magen-Darm-Infektionen gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Jährlich erkranken in Deutschland rund 65 Millionen Menschen daran.

Die gute Nachricht: Wenn du weißt, wie die Übertragung funktioniert, kannst du dich deutlich besser schützen.

Der Hauptweg: Die fäkal-orale Schmierinfektion

Der Name wirkt erstmal unappetitlich, trifft es aber ziemlich genau. Bei einer Schmierinfektion gelangen winzige, unsichtbare Spuren von Stuhl oder Erbrochenem an deine Hände. Von dort wandern die Keime dann in deinen Mund, wenn du dir ins Gesicht fasst, etwas isst oder trinkst. Das passiert schneller als du denkst.

Stell dir vor: Jemand mit Norovirus geht auf die Toilette, wäscht sich die Hände nicht gründlich genug und fasst danach die Türklinke an. Du kommst zehn Minuten später, greifst zur gleichen Klinke und reibst dir kurz die Augen. Schon ist es passiert. Die Keime brauchen nur den Weg in deinen Verdauungstrakt zu finden.

Das Tückische daran: Du brauchst wirklich nur minimale Mengen an Erregern. Bei Noroviren reichen schon 10 bis 100 Viruspartikel aus, um dich anzustecken. Zum Vergleich: In einem Gramm Stuhl einer infizierten Person stecken Milliarden davon.

Tröpfcheninfektion beim Erbrechen

Was viele nicht wissen: Du kannst dich auch über die Luft mit einem Magen-Darm-Infekt anstecken. Wenn jemand sich übergibt, werden feine Tröpfchen in die Luft geschleudert. Diese können Viren enthalten und von dir eingeatmet werden. Genau deshalb breiten sich Magen-Darm-Infektionen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kitas oder Pflegeheimen oft explosionsartig aus.

Die Tröpfchen können mehrere Meter weit fliegen und sich auf Oberflächen absetzen. Dort bleiben die Erreger erstaunlich lange aktiv. Noroviren überleben auf Türklinken, Wasserhähnen oder Lichtschaltern problemlos mehrere Tage.

Verunreinigte Lebensmittel und Getränke

Nicht jede Ansteckung passiert von Mensch zu Mensch. Kontaminierte Nahrungsmittel sind eine häufige Quelle für Magen-Darm-Infektionen. Das betrifft vor allem:

Rohes Fleisch und Geflügel können Salmonellen oder Campylobacter enthalten. Diese Bakterien sterben erst bei Temperaturen über 70 Grad ab. Ein medium gebratenes Steak oder ein nicht ganz durchgegarter Burger kann also zum Problem werden.

Rohe Eier und Speisen mit rohen Eiern wie selbstgemachte Mayonnaise oder Tiramisu sind klassische Salmonellenquellen. Im Sommer bei Grillpartys ein echtes Risiko.

Roher Fisch und Meeresfrüchte filtern Wasser und reichern dabei auch Krankheitserreger an. Austern oder Muscheln aus belasteten Gewässern können Noroviren enthalten.

Ungewaschenes Obst und Gemüse kommt manchmal mit verunreinigtem Wasser in Kontakt. Salate und Sprossen gelten als sehr anfällig.

Wie schnell stecke ich mich an?

Die Geschwindigkeit hängt vom jeweiligen Erreger ab. Noroviren sind echte Sprinter. Nach der Ansteckung dauert es oft nur 6 bis 50 Stunden, bis die ersten Symptome auftreten. Bei Rotaviren vergehen ein bis drei Tage. Bakterielle Infektionen wie Salmonellen können 6 Stunden bis 3 Tage brauchen, bei Campylobacter sind es 2 bis 5 Tage.

Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten, solange du Symptome hast. Aber auch danach bleibst du für andere gefährlich. Bei Noroviren scheidest du die Erreger noch bis zu zwei Wochen nach dem Abklingen der Beschwerden aus. Deshalb: Auch wenn es dir längst wieder gut geht, solltest du weiterhin penibel auf Hygiene achten.

Innerhalb der Familie: Ansteckung fast unvermeidbar?

Wenn ein Familienmitglied erkrankt, fragen sich alle anderen: Wie lange dauert es, bis es mich erwischt? Die Wahrheit ist: Das Risiko ist hoch, aber nicht unausweichlich. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du die Wahrscheinlichkeit deutlich senken.

Das Wichtigste: Gründliches Händewaschen mit Seife, mindestens 20 bis 30 Sekunden lang. Vor allem nach jedem Toilettengang und vor dem Essen. Desinfektionsmittel allein reichen bei Noroviren oft nicht aus, weil diese Viren ziemlich robust sind.

Wenn möglich, sollte die erkrankte Person eine eigene Toilette nutzen. Handtücher, Waschlappen und Zahnputzbecher nicht teilen. Bettwäsche und Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen. Oberflächen wie Toilettenbrille, Wasserhahn und Türgriffe regelmäßig mit einem viruziden Reiniger abwischen.

Die häufigsten Erreger im Überblick

Noroviren verursachen den Großteil der Magen-Darm-Infektionen bei Erwachsenen und Kindern. Sie sind extrem ansteckend und führen zu plötzlichem, heftigem Erbrechen und wässrigem Durchfall. Die Symptome klingen meist nach ein bis drei Tagen ab.

Rotaviren treffen vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Bis zum fünften Lebensjahr hat fast jedes Kind mindestens eine Rotavireninfektion durchgemacht. Es gibt eine Schluckimpfung, die bereits im Säuglingsalter verabreicht wird.

Salmonellen gelangen meist über tierische Lebensmittel in den Körper. Die Infektion verläuft oft etwas schwerer und kann bis zu einer Woche dauern.

Campylobacter ist der häufigste bakterielle Durchfallerreger in Deutschland. Hauptquelle: nicht durchgegartes Geflügelfleisch.

So schützt du dich effektiv

Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber du kannst das Risiko deutlich minimieren:

Händehygiene steht an erster Stelle. Wasche dir die Hände gründlich nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Kontakt mit kranken Personen und wenn du von draußen kommst.

Lebensmittelhygiene ist genauso wichtig. Fleisch, Fisch und Eier immer gut durchgaren. Rohes Gemüse und Obst gründlich waschen. Schneidebretter und Messer nach Kontakt mit rohem Fleisch sofort reinigen.

Abstand zu Erkrankten halten, soweit möglich. Keine Umarmungen oder Küsse, bis die Person mindestens 48 Stunden symptomfrei ist.

Unterwegs hilft ein kleines Fläschchen Desinfektionsmittel. Türklinken, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einkaufswagen sind wahre Keimschleudern.

Wann solltest du zum Arzt?

Die meisten Magen-Darm-Infektionen heilen von selbst aus. Du musst vor allem darauf achten, genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Brühe sind ideal.

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Symptome länger als 48 Stunden anhalten, du Blut im Stuhl bemerkst, hohes Fieber über 38,5 Grad hast oder Anzeichen von starker Austrocknung zeigst wie trockene Lippen, wenig Urinproduktion oder Schwindel.

Bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem solltest du lieber früher ärztlichen Rat einholen. Diese Gruppen können schneller gefährlich viel Flüssigkeit verlieren.

Das Wichtigste zusammengefasst

Magen-Darm-Infektionen übertragen sich hauptsächlich über drei Wege: die fäkal-orale Schmierinfektion (Hände, Oberflächen), Tröpfchen in der Luft beim Erbrechen und verunreinigte Lebensmittel oder Getränke. Die Ansteckungsgefahr ist während der akuten Krankheitsphase am höchsten, besteht aber oft noch Tage bis Wochen danach.

Dein bester Schutz: konsequente Handhygiene, sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln und Abstand zu Erkrankten. Sollte es dich doch erwischen, gilt: viel trinken, Schonkost und dem Körper Zeit zur Erholung geben. Die meisten Infektionen sind nach wenigen Tagen überstanden.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt.

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