Anne und Stefan Lemcke haben etwas geschafft, das in der Geschichte der Höhle der Löwen bisher einmalig ist. Sie sind die einzigen Gründer, die erst als Pitcher durch den Löwen-Käfig gegangen sind und später als Investoren zurückgekehrt sind. Vom Startup-Gründer zum erfolgreichen Unternehmer und dann zum Investor, das ist keine gewöhnliche Geschichte.
2016 stellten die beiden ihre Geschmacksmanufaktur Ankerkraut in der Sendung vor. Gewürze frei von jeglichen Zusätzen, keine Rieselhilfen, keine Aromen, einfach das, was von Natur aus gut schmeckt. Ein bisschen mulmig war ihnen schon, aber die Atmosphäre war gut. Und dann kam Frank Thelen mit seinem Angebot: 300.000 Euro für 20 Prozent. Der Rest ist Geschichte.
Von da an ging es nur noch steil bergauf. Innerhalb weniger Jahre wuchs Ankerkraut auf 250 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro. Was folgte, war der Traum jedes Gründers: der Exit. Sie verkauften die Firma, und das hat ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt.
Der Weg dorthin war alles andere als einfach. Die letzten Jahre vor dem Verkauf waren intensiv, kaum Urlaub, die Kinder bekamen von ihnen nicht viel mit. Genau deshalb war der Ausstieg so wichtig. Nicht nur wegen des finanziellen Ergebnisses, sondern weil sie sich damit ihr Leben zurückgeholt haben. Endlich Zeit für die Familie, endlich durchatmen.
Und dann legten sie noch einen drauf. Statt sich zur Ruhe zu setzen, leben Anne und Stefan heute an den schönsten Orten der Welt, gerade auf Mallorca, mit Sonne, Meer, Strand und ihrem Hund Fipsi. Aber hauptsächlich stecken sie ihre Energie und ihr Kapital in etwas, das ihnen wirklich am Herzen liegt: Sie investieren als Duo in Startups.
Mittlerweile haben sie in 30 Unternehmen investiert, von Tech bis Konsumgüter, genau der Bereich, den sie selbst mit Ankerkraut aufgebaut haben. Zu ihren Portfoliounternehmen gehören unter anderem Im Garten, Cool Greens, Holy mit Frühstücksflocken und Müsli sowie Rosental Organics im Kosmetikbereich.
Was sie von anderen Investoren unterscheidet: Sie helfen persönlich. Nicht nur mit Kapital, sondern mit echter Erfahrung. Zu den Gründern, in die sie investieren, sagen sie ganz direkt: An dem Punkt, an dem ihr gerade steht, waren wir auch mal. Und das ist noch gar nicht so lange her. Sie kennen den Schmerz, die schlaflosen Nächte, die Zweifel. Deshalb greifen sie überall an, wo sie gebraucht werden.
Ihre Höhle der Löwen Geschichte ist damit längst nicht zu Ende. Sie schreiben sie weiter, Startup für Startup.
