Samstag, Februar 21, 2026
GesundheitÜberflüssig! Vitamin D Präparate 2026 im Check

Überflüssig! Vitamin D Präparate 2026 im Check

Die Tage werden kürzer, die Sonne lässt sich kaum noch blicken und dein Energielevel fühlt sich irgendwie flach an.

Da liegt der Griff zu Vitamin D Tabletten oder Tropfen nahe. Kein Wunder also, dass der Markt mit Präparaten aus Apotheken, Drogerien und Online-Shops förmlich explodiert.

Rund 40 Prozent aller Deutschen supplementieren mittlerweile regelmäßig mit dem sogenannten Sonnenvitamin.

Die Verbraucherschützer haben sich 25 Produkte genauer angeschaut und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Nur zwei davon sind wirklich empfehlenswert.

Der Rest? Teilweise zu hoch dosiert, überflüssig kombiniert oder sogar potenziell schädlich bei Dauereinnahme.

Vitamin D ist kein gewöhnliches Vitamin. Dein Körper stellt es selbst her, sobald UV-B-Strahlen auf deine Haut treffen. Es reguliert den Calciumhaushalt, stärkt Knochen und Zähne und unterstützt das Immunsystem. Ein echtes Multitalent also.

Das Problem: In unseren Breitengraden reicht die Sonneneinstrahlung von Oktober bis März oft nicht aus. Die Haut bildet kaum noch Vitamin D. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass jeder zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen muss. Dein Körper speichert das fettlösliche Vitamin im Fett- und Muskelgewebe. Wer im Sommer genug draußen war, hat normalerweise Reserven für die dunklen Monate.

Risikogruppen, bei denen eine Einnahme tatsächlich Sinn ergeben kann:

  • Ältere Menschen ab 65 Jahren
  • Personen mit dunkler Hautfarbe
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen der Nieren oder des Darms
  • Pflegebedürftige, die selten ins Freie kommen
  • Personen mit Adipositas

Für alle anderen gilt: Eine Supplementierung ist oft überflüssig. Und eine Überdosierung kann auf Dauer zu Nierenschäden oder Herzrhythmusstörungen führen.

So schneiden die Produkte ab

Die Verbraucherschützer nahmen Vitamin D Präparate aus Drogerien, Supermärkten und Apotheken unter die Lupe. Mit dabei waren bekannte Marken wie Doppelherz, Tetesept, Abtei und Eigenmarken von dm und Rossmann. Das Fazit fällt deutlich aus:

  • 2 Produkte uneingeschränkt empfehlenswert
  • 13 Produkte mit Einschränkungen okay
  • 5 Produkte wenig empfehlenswert
  • 5 Produkte nicht empfehlenswert

Die Hauptprobleme: Mehr als die Hälfte der untersuchten Mittel überschreitet die empfohlene Tageshöchstdosis oder enthält unnötige Zusatzstoffe. Das BfR rät zu maximal 800 I.E. täglich, wenn du auf eigene Faust supplementierst.

Welche Vitamin D Präparate schneiden gut ab?

Rotbäckchen Vital Vitamin D mit 400 I.E. pro Tagesdosis ist eines der empfehlenswerten Produkte. Ein flüssiger Saft auf Fruchtbasis mit veganem Vitamin D3. Praktisch für alle, die keine Tabletten schlucken wollen. Die 450 ml Flasche kostet um die 7 Euro und reicht für etwa 9 Tage bei empfohlener Verzehrmenge.

Im Verbrauchermagazin konnten sich die Dekristol 1.000 I.E. Tabletten sowie die Hevert 1.000 I.E. Tabletten durchsetzen. Beide erhielten die Note „sehr gut“. Die Dekristol Tabletten gibt es ab circa 5 Euro für 100 Stück in Online-Apotheken. Hevert Vitamin D3 1000 I.E. liegt bei etwa 7 Euro für 100 Tabletten.

Beide Produkte sind als Arzneimittel zugelassen und unterliegen strengeren Kontrollen als Nahrungsergänzungsmittel. Die Dosierung ist transparent und entspricht den Empfehlungen.

Welche Produkte fallen durch?

Marken wie Doppelherz, Tetesept und Abtei schneiden im Vergleich nicht gut ab. Die Gründe sind unterschiedlich: Zu hohe Dosierung, fragwürdige Zusatzstoffe oder fehlende Hinweise auf der Verpackung.

Ein kritischer Punkt bei mehreren Produkten: Talkum als Hilfsstoff. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat Talkum kürzlich als „wahrscheinlich krebserregend“ klassifiziert. Das Verbrauchermagazin wertete diese Produkte daher ab.

Von Kombipräparaten mit Vitamin K raten die Experten ebenfalls ab. Eine positive Wirkung dieser Kombination ist wissenschaftlich nicht belegt. Gleichzeitig überschreiten einige dieser Mittel die Höchstwerte für Vitamin K.

Was kosten gute Vitamin D Präparate?

Je mehr du kaufst, desto günstiger wird es pro Tablette. Die untersuchten Produkte bewegen sich zwischen 2 und 28 Euro pro Packung. Bei den Tagesdosierungskosten zeigen sich enorme Unterschiede: Von 2 Cent bis 55 Cent pro Tag reicht die Spanne.

Dekristol 1.000 I.E. mit 100 Tabletten kostet etwa 5 bis 7 Euro in Versandapotheken. Bei einer halben Tablette täglich zur Vorbeugung reicht das für fast 7 Monate. Das macht circa 1 Cent pro Tag.

Hevert Vitamin D3 1000 I.E. liegt bei rund 5 bis 8 Euro für 100 Tabletten. Ebenfalls ein sehr fairer Preis für ein Arzneimittel mit Bestnote.

Die Produkte von dm (Mivolis) und Rossmann (Altapharma) sind zwar günstig, schnitten im Vergleich aber nicht optimal ab.

Was du beim Kauf beachten kannst

Bevor du ein Vitamin D Präparat kaufst, lohnt sich ein Blick auf folgende Punkte:

  • Dosierung prüfen: Maximal 800 I.E. täglich bei eigenständiger Einnahme ohne ärztliche Kontrolle
  • Arzneimittel bevorzugen: Sie unterliegen strengeren Qualitätskontrollen als Nahrungsergänzungsmittel
  • Blutwerte checken lassen: Lass im Zweifel deinen Vitamin D Spiegel beim Arzt oder Apotheker messen
  • Keine unnötigen Kombinationen: Vitamin K oder andere Zusätze sind meist überflüssig
  • Zutatenliste checken: Achte auf kritische Stoffe wie Talkum

Die gute Nachricht: Du musst nicht viel Geld ausgeben, um ein vernünftiges Vitamin D Präparat zu bekommen. Dekristol und Hevert gehören zu den günstigen Optionen und haben gleichzeitig die besten Noten erhalten.

Die weniger gute Nachricht: Die meisten Produkte im Handel sind entweder zu hoch dosiert oder enthalten fragwürdige Inhaltsstoffe. Bekannte Marken schützen nicht vor Enttäuschungen.

Und noch was: Falls du gesund bist und im Sommer regelmäßig Zeit draußen verbringst, brauchst du vielleicht gar keine Präparate. Sprich am besten mit deinem Arzt, bevor du langfristig supplementierst. Eine Überdosierung kann ernsthafte Folgen haben. Das Sonnenvitamin ist eben kein harmloses Lutschbonbon.

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