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Solarfilter kaufen Filter für die Sonnenfinsternis am 12. August 2026

Solarfilter

Der 12. August 2026 ist ein Datum, das du dir als Astro-Fan dick im Kalender markieren solltest. Tagsüber steht eine Sonnenfinsternis an, und ungefähr im selben Zeitraum erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Zwei Himmelsereignisse an einem Tag, die aber komplett unterschiedliche Ausrüstung verlangen. Wenn du jetzt einen Solarfilter kaufen willst, gibt es ein paar Dinge, die du unbedingt vorher wissen solltest. Denn beim Blick in die Sonne gibt es keine zweite Chance für deine Augen.

Der wichtigste Satz gleich vorweg: Ein Solarfilter gehört immer vor die Objektivöffnung. Niemals hinter das Okular, niemals improvisiert befestigt.

Warum ist das so entscheidend? Ein Fernglas, ein Teleskop oder ein Teleobjektiv sammelt enorm viel Sonnenlicht und bündelt es. Ohne passenden Filter kann das deine Netzhaut innerhalb von Sekunden dauerhaft schädigen, den Kamerasensor zerstören, Okulare beschädigen und Kunststoffteile so stark erhitzen, dass sogar Brandgefahr entsteht. Und ganz wichtig: Eine Sonnenfinsternis macht den Blick in die Sonne nicht harmlos. Auch wenn ein großer Teil der Scheibe verdeckt ist, bleibt der sichtbare Rest extrem hell. Bei einer partiellen Finsternis bleibt der Filter die ganze Zeit drauf. Nur wer im schmalen Streifen der Totalität steht, darf während der vollständigen Bedeckung kurz ohne Filter schauen oder fotografieren.

Beim Kauf stolperst du schnell über zwei Abkürzungen: OD 5.0 und OD 3.8. OD steht für Optical Density, also die optische Dichte beziehungsweise Lichtabschwächung.

OD 5.0 reduziert das Sonnenlicht um etwa den Faktor 100.000 und lässt nur rund 0,001 Prozent durch. Das ist die richtige Wahl für die visuelle Beobachtung: fürs Teleskop, fürs Fernglas mit Frontfiltern, für Einsteiger und Familien. Auch für die Kamera funktioniert OD 5.0 als sehr sicherer Universalfilter.

OD 3.8 lässt deutlich mehr Licht durch. Das ist praktisch für kurze Belichtungszeiten und niedrige ISO-Werte bei der Sonnenfotografie, aber: Ein OD-3.8-Filter darf niemals für den direkten Blick mit dem Auge verwendet werden. Auch dann nicht, wenn er an einem Teleskop sitzt. Sobald jemand durchschauen soll, brauchst du einen visuellen Filter mit OD 5.0.

Merke dir als Faustregel: Willst du nur fotografieren, kannst du zwischen beiden wählen. Sobald ein Auge im Spiel ist, führt an OD 5.0 kein Weg vorbei.

Kaufberatung: Der passende Solarfilter für Kamera, Teleskop und Fernglas

Damit du auf einen Blick siehst, welcher Filtertyp wofür gedacht ist, hier die wichtigsten Varianten im Vergleich:

FiltertypGedacht fürNicht gedacht für
Solarfolie OD 5Visuelle Beobachtung, Teleskop, Fernglas, KameraNachtfotografie, Perseiden
Glas-SolarfilterVisuelle Beobachtung, Fotografie, häufige NutzungPerseiden
Fotofilter OD 3.8Kamera und VideoDirekten Blick mit dem Auge
HerschelkeilRefraktoren, anspruchsvolle SonnenbeobachtungFerngläser, Newton-Teleskope
Sonnenfinsternis-BrilleDirekten Blick mit dem bloßen AugeKameraobjektiv, Fernglas, Teleskop
Standard-ND-FilterLangzeitbelichtung bei TageslichtJede Form der Sonnenbeobachtung

Für die Kamera gibt es drei gängige Lösungen. Schraubfilter fürs Frontgewinde sind kompakt und schnell montiert, müssen aber ausdrücklich für direkte Sonnenfotografie ausgelegt sein. Prüfe vorher deinen Filterdurchmesser, etwa 52, 67, 77 oder 82 mm. Filterkappen mit Solarfolie sind die verbreitetste Variante, gerade für Telezooms wie 150 bis 600 mm oder 200 bis 600 mm. Sie sind vergleichsweise günstig und liefern mit guter Folie erstaunlich scharfe Ergebnisse. Glas-Solarfilter sind robuster und langlebiger, kosten aber mehr. Ein weit verbreiteter Irrtum: Glas ist nicht automatisch schärfer als Folie. Entscheidend sind Filterqualität, sichere Montage, Luftunruhe und Fokus. Für eine gut erkennbare Sonne solltest du mindestens 300 bis 600 mm Brennweite (Vollformat-Äquivalent) einplanen.

Fürs Teleskop gilt: Der Filter kommt immer vor die große Öffnung, also vor das Objektiv des Refraktors, vor die Tubusöffnung des Newton oder vor die Korrektorplatte eines Schmidt-Cassegrain. So wird die gefährliche Strahlung abgeschwächt, bevor sie überhaupt ins optische System gelangt. Miss vor dem Kauf unbedingt den Außendurchmesser des Tubus, denn der ist oft deutlich größer als die genannte Öffnung. Ein 80-mm-Refraktor kann außen locker über 90 mm messen. Bei Dobson-Teleskopen ist wegen der offenen Bauweise Aufsicht wichtig, damit niemand versehentlich seitlich in den Strahlengang schaut. Wer regelmäßig und anspruchsvoll die Sonne beobachten will, kann bei einem Refraktor über einen Herschelkeil nachdenken. Der liefert tollen Kontrast bei Sonnenflecken und Granulation, ist aber teurer und nur für Linsenteleskope gedacht. Für die eine Finsternis im August 2026 bist du mit einem sicheren Frontfilter meist besser und günstiger unterwegs.

Beim Fernglas wird es oft unterschätzt: Es bündelt das Licht gleich mit zwei Objektiven. Du brauchst deshalb zwei passende Frontfilter, einen pro Objektivseite. Ein 10×50-Fernglas benötigt also zwei Filter für die 50-mm-Seiten. Eine Sonnenfinsternis-Brille vor die Okulare zu halten ist keine Lösung, sondern brandgefährlich.

Und wovon solltest du die Finger lassen? Nicht zur Sonnenbeobachtung taugen: normale und variable ND-Filter, Polfilter, UV-Filter, Sonnenbrillen vorm Objektiv, CD-Scheiben, Rettungsdecken, Röntgenbilder, Fotonegative, schwarze Plastikfolie und improvisierte Basteleien. Richtig gefährlich sind alte Okular-Sonnenfilter, die früher manchen Teleskopen beilagen. Diese kleinen Glasfilter sitzen hinten am Okular, wo sich die Hitze konzentriert, und können reißen oder platzen.

Noch ein Wort zu den Perseiden in der Nacht: Hier brauchst du das genaue Gegenteil. Solarfilter abnehmen, lichtstarkes Weitwinkelobjektiv montieren, stabiles Stativ aufbauen und einen dunklen Standort suchen. Als Startpunkt funktionieren oft Blende f/1.4 bis f/2.8, ISO 1600 bis 6400 und etwa 5 bis 20 Sekunden Belichtungszeit im RAW-Format. Ein Teleskop bringt dir bei Sternschnuppen wenig, weil sie überall am Himmel auftauchen können.

Wenn du generell gern Produkte vor dem Kauf gründlich checkst, findest du auf hoehle-loewen.de übrigens noch mehr Lesestoff, zum Beispiel den Überblick über erfolgreiche Produkte aus Die Höhle der Löwen oder die Infos zur neuen DHDL-Staffel 2025 mit allen Sendeterminen.

Häufige Fragen zum Kauf von Solarfiltern

Kann ich statt eines Solarfilters einen ND-Filter kaufen?

Nein. Graufilter aus der Landschaftsfotografie blocken zwar sichtbares Licht, aber nicht zuverlässig die unsichtbare Infrarot- und UV-Strahlung. Für die Sonne brauchst du einen ausdrücklich dafür deklarierten Solarfilter, für die Augen zusätzlich eine Brille nach ISO 12312-2.

Woran erkenne ich einen sicheren Solarfilter beim Kauf?

Kaufe bei bekannten Astronomie-Fachhändlern, achte auf eine klare Produktbeschreibung mit Hinweis auf direkte Sonnenbeobachtung oder Sonnenfotografie und auf die OD-Kennzeichnung. Prüfe den Filter vor jeder Nutzung auf Kratzer, Risse, Löcher und Knicke. Schon kleine Beschädigungen machen ihn unbrauchbar.

Reicht ein Filter für mein Fernglas?

Nein, du brauchst zwei. Jedes Objektiv bündelt Licht, also muss vor jeder Öffnung ein sicher sitzender Frontfilter montiert sein. Sichere die Filter zusätzlich gegen Verrutschen und Herunterfallen, etwa mit einem Sicherungsband.

Darf ich den Filter während der Finsternis herunternehmen?

Nur wenn du im schmalen Gebiet der Totalität stehst, und auch nur während der vollständigen Bedeckung. Vor und nach der Totalität muss der Filter sofort wieder sicher sitzen. Bei einer partiellen Finsternis, wie sie in vielen Teilen Europas zu sehen sein wird, bleibt der Filter die gesamte Zeit auf Kamera, Fernglas oder Teleskop.

Fazit: Für die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 ist ein sicherer Frontfilter Pflicht. Fürs Auge und fürs Okular heißt das OD 5.0, für die reine Fotografie geht auch OD 3.8. Miss vor dem Kauf deine Durchmesser aus, wähle einen Fachhändler mit nachvollziehbarer Marke und kontrolliere den Filter vor jedem Einsatz. Dann steht dem doppelten Himmelsspektakel aus Finsternis am Tag und Sternschnuppen in der Nacht nichts im Weg.

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