Dienstag, Januar 20, 2026
GesundheitSlinda Pille - Wirkstoff Drospirenon und wie die Minipille wirkt

Slinda Pille – Wirkstoff Drospirenon und wie die Minipille wirkt

Die Slinda ist eine sogenannte Minipille und unterscheidet sich von den klassischen Kombinationspillen in einem wichtigen Punkt: Sie enthält kein Östrogen. Stattdessen kommt nur ein einziges Hormon zum Einsatz, und zwar das Gestagen Drospirenon. Mit 4 mg Drospirenon pro Tablette ist sie das erste Monopräparat mit diesem Wirkstoff, das in Deutschland auf dem Markt ist.

Drospirenon gehört zur Gruppe der Gestagene, also der Gelbkörperhormone. Diese kommen auch natürlich im weiblichen Körper vor und spielen eine wichtige Rolle beim Menstruationszyklus.

Das Interessante an Drospirenon: Es ist dem körpereigenen Progesteron pharmakologisch sehr ähnlich.

Der Wirkstoff wurde ursprünglich vom Spironolacton abgeleitet. Das ist ein Medikament, das unter anderem bei Bluthochdruck eingesetzt wird. Deshalb bringt Drospirenon einige Eigenschaften mit, die andere Gestagene nicht haben.

Es wirkt zum Beispiel leicht entwässernd und kann Wassereinlagerungen reduzieren. Außerdem hat es eine sogenannte antiandrogene Komponente, was bei manchen Frauen Hautprobleme oder verstärkten Haarwuchs verbessern kann.

In Kombinationspillen ist Drospirenon schon seit Jahren ein bekannter Bestandteil. Die Slinda ist aber das erste Präparat, das ausschließlich Drospirenon enthält und komplett auf Östrogen verzichtet.

Die empfängnisverhütende Wirksamkeit der Slinda basiert auf drei Mechanismen, die zusammen dafür sorgen, dass eine Schwangerschaft verhindert wird:

Eisprung wird gehemmt: Das ist der Hauptmechanismus. Das Drospirenon unterdrückt die Signale im Körper, die normalerweise zum Eisprung führen würden. Ohne Eisprung kann auch keine Eizelle befruchtet werden. Das unterscheidet die Slinda übrigens von älteren Minipillen mit anderen Wirkstoffen, die den Eisprung oft nicht zuverlässig verhindern.

Zervixschleim wird verdickt: Der Schleim im Gebärmutterhals wird zähflüssiger. Dadurch haben es Spermien deutlich schwerer, überhaupt in die Gebärmutter zu gelangen. Diese Barriere ist eine zusätzliche Sicherheit.

Gebärmutterschleimhaut wird dünner: Selbst wenn es gegen alle Wahrscheinlichkeit doch zu einer Befruchtung kommen sollte, kann sich die Eizelle nicht in der dünnen Schleimhaut einnisten.

Der sogenannte Pearl-Index liegt bei 0,73. Das bedeutet: Von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit der Slinda verhüten und sich an die Einnahmevorschriften halten, wird statistisch gesehen weniger als eine schwanger. Damit ist die Slinda genauso sicher wie kombinierte Pillen.

Das Einnahmeschema: 24 plus 4

Ein Blister enthält 28 Tabletten, die du jeden Tag nimmst. Die ersten 24 Tabletten sind weiß und enthalten den Wirkstoff. Die letzten 4 Tabletten sind grün und sind Placebos, also ohne Wirkstoff.

Du nimmst täglich eine Tablette, am besten immer zur gleichen Uhrzeit. Nach den 28 Tagen geht es direkt mit dem nächsten Blister weiter, ohne Pause dazwischen. Der Verhütungsschutz bleibt auch während der 4 wirkstofffreien Tage bestehen.

Ein Pluspunkt gegenüber anderen Minipillen: Wenn du mal eine Tablette vergisst, hast du bis zu 24 Stunden Zeit, sie nachzunehmen, ohne dass der Schutz verloren geht. Bei älteren Minipillen mit Levonorgestrel sind es oft nur wenige Stunden.

Für wen kommt die Slinda infrage?

Da die Slinda kein Östrogen enthält, ist sie eine gute Option für Frauen, die auf Östrogen verzichten müssen oder wollen. Das betrifft zum Beispiel:

Frauen, die stillen. Die Slinda ist auch während der Stillzeit zugelassen, weil nur geringe Mengen des Wirkstoffs in die Muttermilch übergehen.

Frauen mit einem erhöhten Thromboserisiko. Östrogen steht im Verdacht, das Risiko für Blutgerinnsel zu erhöhen. Bei reinen Gestagenpillen ist dieses Risiko deutlich geringer. In den klinischen Studien zur Slinda mit über 20.000 Zyklen wurde kein einziger Fall einer venösen Thromboembolie oder eines arteriellen Gefäßverschlusses dokumentiert.

Frauen über 35, die rauchen. Auch für sie kann eine östrogenfreie Verhütung sinnvoller sein.

Frauen, die unter östrogenbedingten Kopfschmerzen oder Migräne leiden oder Wassereinlagerungen unter der Kombi-Pille hatten.

Mögliche Nebenwirkungen der Slinda

Wie jedes Medikament kann auch die Slinda unerwünschte Begleiterscheinungen haben. Die müssen aber nicht auftreten.

Zu den häufigen Nebenwirkungen, die bei bis zu 1 von 10 Frauen vorkommen können, zählen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, veränderte Libido, Stimmungsschwankungen, Akne, Brustspannen, unregelmäßige Blutungen und Gewichtszunahme.

Gelegentlich treten auf: Müdigkeit, Schwindelgefühl, depressive Verstimmung, Haarausfall, Hautausschlag oder Zysten an den Eierstöcken.

Das Thema Blutungen ist bei der Slinda ein wichtiger Punkt. Viele Frauen haben in den ersten Monaten Zwischenblutungen oder Schmierblutungen. Bei manchen bleibt die Periode komplett aus. Das ist kein Zeichen für einen verminderten Verhütungsschutz, kann aber störend sein. Bei den meisten Frauen reguliert sich das Blutungsmuster nach einigen Zyklen.

Falls du unter einer Kombipille mit Wassereinlagerungen zu kämpfen hattest, könnte die Slinda für dich positiv sein. Durch die entwässernde Eigenschaft des Drospirenons kommt es bei manchen Frauen sogar zu einer leichten Gewichtsabnahme.

Wann du die Slinda nicht nehmen darfst

Es gibt einige Situationen, in denen die Slinda nicht geeignet ist:

Bei einer Allergie gegen Drospirenon oder einen anderen Inhaltsstoff. Bei bestehenden oder früheren Blutgerinnseln in Beinen oder Lunge. Bei schweren Lebererkrankungen oder Nierenversagen. Bei hormonabhängigen Tumoren oder ungeklärten Blutungen aus der Scheide. Natürlich auch bei einer bestehenden Schwangerschaft.

Falls einer dieser Punkte auf dich zutrifft, sprich unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du mit der Einnahme beginnst.

Worauf du bei der Einnahme achten solltest

Manche Medikamente können die Wirkung der Slinda herabsetzen. Dazu gehören bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Antibiotika wie Rifampicin, HIV-Medikamente und auch pflanzliche Präparate wie Johanniskraut. Wenn du andere Medikamente einnimmst, lass dich ärztlich beraten, ob zusätzlicher Schutz nötig ist.

Auch Grapefruit und Grapefruitsaft solltest du während der Einnahme meiden. Diese können den Abbau des Wirkstoffs im Körper beeinflussen.

Bei Erbrechen oder starkem Durchfall innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme kann der Wirkstoff eventuell nicht vollständig aufgenommen worden sein. In dem Fall solltest du so schnell wie möglich eine weitere Tablette aus einem Ersatzblister nehmen.

Was kostet die Slinda?

Die Slinda ist rezeptpflichtig, du bekommst sie also nur mit Verordnung von deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Preislich liegt eine Dreimonatspackung bei etwa 45 bis 48 Euro. Für eine Sechsmonatspackung zahlst du ungefähr 79 bis 85 Euro. Je mehr du auf einmal kaufst, desto günstiger wird der Preis pro Tablette.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur für Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr oder wenn das Präparat aus medizinischen Gründen verordnet wird. Für alle anderen ist die Slinda eine Selbstzahlerleistung.

Die Slinda mit dem Wirkstoff Drospirenon ist eine moderne Minipille, die durch ihre östrogenfreie Zusammensetzung für viele Frauen eine interessante Alternative zu klassischen Kombinationspillen darstellt. Sie hemmt zuverlässig den Eisprung, verdickt den Zervixschleim und macht die Gebärmutterschleimhaut für eine Einnistung ungeeignet.

Die Sicherheit ist mit der von Kombinationspillen vergleichbar, gleichzeitig fällt das östrogentypische Thromboserisiko weg. Ob die Slinda das richtige Präparat für dich ist, besprichst du am besten mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Sie können deine persönliche Situation einschätzen und dich entsprechend beraten.

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