Philip Hopf von HKCM hat mit einem aktuellen YouTube-Video für Aufsehen gesorgt.
Die Kernaussage: Ethereum steckt mitten im Bärenmarkt, und dieser dürfte bis Oktober 2026 andauern.
Für viele Investoren, die noch auf das nächste Allzeithoch hoffen, ist das erstmal eine harte Ansage. Die Frage ist nur: Wie belastbar ist diese Prognose?
Im Folgenden schaue ich mir an, was konkret im Video gesagt wird, welche Methodik dahintersteckt und wie das Ganze zu den aktuellen Marktdaten passt.
Außerdem zeige ich dir, was andere Marktbeobachter zum Thema sagen und welche Chancen sich aus einem längeren Abwärtstrend ergeben könnten.
Wer ist HKCM und was steckt hinter der Methodik?
HKCM steht für Hopf-Klinkmüller Capital Management und wurde von Philip Hopf und Philip Klinkmüller gegründet. Die beiden haben sich auf technische Chartanalyse mit Schwerpunkt auf der Elliott-Wellen-Theorie und Fibonacci-Projektionen fokussiert.
Das Grundprinzip der Elliott-Wellen-Theorie funktioniert so: Märkte bewegen sich in wiederkehrenden Mustern, die aus fünf Impulswellen in Trendrichtung und drei Korrekturwellen in Gegenrichtung bestehen. Die Idee dahinter ist, dass sich Marktpsychologie in diesen Wellenmustern widerspiegelt.
Ein wichtiger Punkt, den Hopf im Video selbst anspricht: Elliott-Wellen können Preisziele gut berechnen, aber keine zeitlichen Ziele liefern. Um dieses Problem zu lösen, kombiniert HKCM die Wellenanalyse mit zyklischen Charts. Diese zeigen auf Basis historischer Muster, wann bestimmte Hoch- oder Tiefpunkte wahrscheinlich eintreten.
Die konkrete Ethereum-Prognose aus dem Video
Hopf macht in seiner Analyse mehrere klare Aussagen:
Kurzfristige Erwartung (bis Februar 2026):
- Das aktuelle Tief bei 2.620 Dollar soll unterschritten werden
- Eine grün hinterlegte Zielzone darunter ist der nächste Anlaufpunkt für Käufe
- Die zyklische Analyse deutet auf ein Zwischentief zwischen Ende Dezember und Mitte Februar hin
Mittelfristiges Szenario (Frühjahr bis Sommer 2026):
- Nach dem Erreichen der ersten Zielzone wird eine B-Welle erwartet
- Diese könnte Ethereum auf 3.900 bis 4.200 Dollar bringen
- Das entspricht einem Anstieg von etwa 60 Prozent vom Zwischentief
- Diese Aufwärtsbewegung wäre aber korrektiver Natur, also kein neuer Bullenmarkt
Langfristige Prognose (bis Ende 2026):
- Nach der B-Welle folgt eine weitere Abwärtsbewegung
- Das finale Bärenmarkttief wird zwischen 549 und 1.148 Dollar verortet
- Zeitlich sollte dieses Tief im August bis Oktober 2026 erreicht werden
Was danach kommt:
- Von diesem Tief aus rechnet Hopf mit einer Verzehnfachung bis Verelfachung
- Die langfristigen Ziele liegen bei 12.000 bis 15.000 Dollar
Aktuelle Marktsituation: Was die Daten zeigen
Der Ethereum-Kurs liegt aktuell bei rund 2.270 Dollar und hat in den letzten 30 Tagen etwa 30 Prozent verloren. Der RSI im Tageschart steht bei circa 27 Punkten und signalisiert damit einen überverkauften Zustand.
Interessant ist, dass die Elliott-Wellen-Zählung im Wochenchart eine vollständige korrektive Struktur innerhalb des vorherigen Aufwärtszyklus zeigt. Die aktuelle Bewegung deutet auf den Übergang in eine größere Korrekturphase hin.
Ein technisches Detail, das ins Bild passt: Es hat sich ein Head-and-Shoulders-Muster gebildet. Mit dem Bruch unter die Trendlinie fiel der Kurs deutlich. Das technische Preisziel dieses Musters liegt bei etwa 1.341 Dollar.
Die ETF-Flows zeigen ebenfalls ein unruhiges Bild. Seit Mitte November wechseln sich dreistellige Millionen-Abflüsse mit zweistelligen Zuflüssen ab. Das spricht für einen nervösen Markt ohne klare Richtung.
Stimmen die zyklischen Muster?
Hopf präsentiert im Video einen 258-Tages-Zyklus mit einer Stabilität von 0,86. Die historische Trefferquote ist tatsächlich beeindruckend:
- März 2024: Markthoch exakt im Topping-Bereich der Sinuskurve
- April 2025: Tief während der Trump-Zoll-Turbulenzen genau im unteren Bereich
- August 2025: Finales Top am 22. August exakt am Zyklushoch
Aktuell dreht die Sinuskurve wieder nach unten. Der Zyklus deutet darauf hin, dass der Markt bis etwa Mitte Februar sein Zwischentief ausbauen sollte.
Was andere Analysten sagen
Die Meinungen zum Ethereum-Kurs 2026 gehen weit auseinander. Ein paar Einschätzungen im Überblick:
Tom Lee (Fundstrat): Der bekannte Krypto-Bulle hält einen Bärenmarkt 2026 ebenfalls für möglich. Seine Aussage: Nach einem starken 2025 könnte sich die Entwicklung 2026 verlangsamen.
Prognosemodelle verschiedener Plattformen:
- Pessimistische Szenarien: 1.500 bis 2.400 Euro
- Neutrale Szenarien: 2.800 bis 4.700 Euro
- Optimistische Szenarien: 6.000 bis 8.800 Euro
Technische Analysen: Die meisten Chart-Analysen bestätigen aktuell den Abwärtstrend. RSI überverkauft, MACD negativ, Unterstützungslevel wackeln.
Fundamentale Faktoren: Was spricht für und gegen Ethereum?
Positive Aspekte:
- Ethereum bleibt die führende Plattform für DeFi, NFTs und Smart Contracts
- Die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) wächst
- Layer-2-Lösungen verbessern die Skalierbarkeit
- Der Proof-of-Stake-Mechanismus macht ETH für ESG-orientierte Investoren attraktiv
Risikofaktoren:
- Regulatorischer Druck auf Staking könnte zunehmen
- Die Konkurrenz durch Solana, Avalanche und andere Layer-1s wächst
- Ein allgemeiner Krypto-Winter würde alle Kurse drücken
- Makroökonomische Faktoren wie Inflation und Zinspolitik bleiben unsicher
Praktische Schlussfolgerungen für Investoren
Falls die HKCM-Prognose eintritt, ergeben sich daraus konkrete Handlungsoptionen:
Für bestehende Positionen:
- Ein Verkauf während einer möglichen B-Welle (3.900 bis 4.200 Dollar) könnte Sinn ergeben
- Alternativ: Positionsgrößen reduzieren und Liquidität für tiefere Einstiegskurse vorhalten
Für Neueinsteiger:
- Die erste Zielzone (unterhalb 2.620 Dollar) könnte für DCA-Käufe interessant sein
- Die finale Zielzone (549 bis 1.148 Dollar) wäre für langfristige Akkumulation optimal
- Wichtig: Gestaffelte Käufe statt All-in bei einem einzigen Kurs
Risikomanagement:
- Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die Prognose eintrifft
- Setze nur Kapital ein, dessen Verlust du verkraften kannst
- Die Krypto-Märkte sind extrem volatil
Kritische Einordnung der Prognose
Ein paar Punkte, die du bei solchen Prognosen im Hinterkopf behalten solltest:
Stärken der HKCM-Methodik:
- Kombination aus Preis- und Zeitanalyse ist methodisch sinnvoll
- Die historische Trefferquote der zyklischen Analyse ist dokumentiert
- Konkrete Zielzonen statt vager Aussagen
Einschränkungen:
- Elliott-Wellen lassen oft mehrere Zählweisen zu
- Unvorhergesehene Ereignisse (Regulierung, technische Probleme, Marktmanipulation) können jede Prognose zunichtemachen
- Selbst bei 70 Prozent Trefferquote liegt man in 30 Prozent der Fälle daneben
Was die Prognose nicht berücksichtigt:
- Potenzielle ETF-Zulassungen in weiteren Ländern
- Technologische Durchbrüche bei Ethereum
- Geopolitische Entwicklungen
FAQ
Wann endet der Ethereum-Bärenmarkt laut HKCM?
Die Prognose sieht das finale Tief im dritten Quartal 2026, also etwa August bis Oktober. Von dort aus sollte ein neuer Aufwärtszyklus starten.
Wie tief kann Ethereum fallen?
Die langfristige Zielzone liegt bei 549 bis 1.148 Dollar. Das wäre ein Rückgang von etwa 75 bis 50 Prozent vom aktuellen Niveau.
Gibt es vorher noch eine Erholung?
Ja, nach dem ersten Zwischentief wird eine B-Welle erwartet, die Ethereum auf 3.900 bis 4.200 Dollar bringen könnte.
Was ist die Elliott-Wellen-Theorie?
Eine Analysemethode, die davon ausgeht, dass sich Märkte in wiederkehrenden Wellenmustern bewegen. Diese Muster spiegeln Massenpsychologie wider und können für Prognosen genutzt werden.
Wie zuverlässig sind solche Prognosen?
Keine Methode kann die Zukunft mit Sicherheit vorhersagen. Elliott-Wellen und zyklische Analysen liefern Wahrscheinlichkeiten, keine Garantien. Die Trefferquote liegt bei erfahrenen Analysten oft bei 60 bis 75 Prozent.
Sollte ich jetzt verkaufen?
Das hängt von deiner persönlichen Situation ab. Wer kurzfristig denkt, könnte eine Erholung für Teilverkäufe nutzen. Langfristige Investoren könnten die tiefen Kurse für Nachkäufe interessant finden. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht.
Was macht HKCM?
HKCM (Hopf-Klinkmüller Capital Management) ist ein deutsches Analysehaus, das sich auf technische Chartanalyse mit Elliott-Wellen und Fibonacci-Projektionen fokussiert. Sie analysieren Aktien, Indizes, Rohstoffe und Kryptowährungen.
