Du stehst morgens auf, fühlst dich schlapp, und schon wieder kratzt der Hals? In der Erkältungszeit passiert das vielen. Genau dann stößt du in der Apotheke oder online auf Orthomol Immun – die blauen Packungen kennst du bestimmt vom Apotheken-Regal. Aber bringt das was, oder ist es nur teuer?
Ich habe mir angeschaut, was in den Fläschchen und Tabletten wirklich drinsteckt, wie die Einnahme funktioniert und vor allem: was echte Käufer dazu sagen. Denn zwischen Marketing-Versprechen und Realität liegen manchmal Welten. Das Präparat kostet nicht wenig – da willst du vorher wissen, ob sich die Investition lohnt.
Was du in diesem Artikel findest: eine ehrliche Einschätzung zur Zusammensetzung, konkrete Rückmeldungen von Privatpersonen, die das Produkt über Wochen genommen haben, Hinweise zur richtigen Anwendung und eine realistische Einordnung, für wen sich Orthomol Immun eignet – und für wen eher nicht. Ich zeige dir auch günstigere Alternativen und erkläre, worauf du beim Kauf achten solltest.
Die Fakten: Orthomol Immun ist ein Nahrungsergänzungsmittel der Firma Orthomol aus Langenfeld. Es gibt verschiedene Darreichungsformen, am beliebtesten sind die Trinkfläschchen mit Tabletten. Eine Wochenpackung (7 Tagesportionen) kostet rund 21-23 Euro, die 30-Tage-Packung liegt bei 60-73 Euro – je nachdem, wo du kaufst. Die Firma existiert seit über 30 Jahren und konzentriert sich auf hochdosierte Mikronährstoff-Kombinationen.
Der Gedanke dahinter: In Stressphasen, bei Belastung oder während der kalten Monate steigt dein Nährstoffbedarf. Die normale Ernährung deckt das nicht immer ab. Orthomol Immun soll diese Lücke füllen – mit Vitamin C (1000 mg pro Tagesportion), Vitamin D (20 µg), Zink (15 mg) und weiteren 20+ Mikronährstoffen in einer Portion. Ob das in der Praxis so funktioniert, schauen wir uns gleich genauer an.
Wichtig vorab: Orthomol Immun ist kein Medikament, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel. Es kann eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen – das steht auch auf jeder Packung. Die Firma darf keine Heilversprechen machen, also Formulierungen wie „heilt Erkältungen“ oder „verhindert Grippe“. Das wäre rechtlich unzulässig. Stattdessen heißt es immer „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“ – das ist die Health-Claim-konforme Ausdrucksweise.
Die meisten Rückmeldungen, die ich gefunden habe, stammen von Personen zwischen 30 und 65 Jahren. Viele davon haben das Präparat nach längeren Krankheitsphasen ausprobiert – etwa nach wiederholten Erkältungen, nach Antibiotika-Gaben oder in besonders fordernden Lebensphasen. Auch Eltern mit kleinen Kindern (und damit hohem Infektionsrisiko im Haushalt) greifen häufig zu.
Ein typischer Kommentar lautet: „Seit ich das nehme, bin ich nicht mehr so oft krank.“ Ein anderer: „Teuer, aber bei mir hat’s geholfen.“ Und ein dritter: „Bei mir leider keine Wirkung – rausgeschmissenes Geld.“ Du siehst: Die Meinungen gehen auseinander. Das ist bei Nahrungsergänzungsmitteln völlig normal, weil jeder Organismus anders reagiert. Dein Ausgangszustand (wie gut bist du mit Nährstoffen versorgt?), dein Lebensstil und deine genetische Veranlagung spielen eine Rolle.
Schauen wir uns die Zusammensetzung genauer an, denn das ist der Kern der Sache. Pro Tagesportion bekommst du ein 20-ml-Trinkfläschchen mit einer dickflüssigen, orangefarbenen Flüssigkeit plus zwei kleine Tabletten (eine gelbe, eine weiße). Die Flüssigkeit enthält hauptsächlich wasserlösliche Vitamine und Spurenelemente, die Tabletten liefern zusätzliche fettlösliche Vitamine und Mineralstoffe.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick:
- 1000 mg Vitamin C (Natrium-L-Ascorbat): Das ist eine sehr hohe Dosis – etwa das 12-fache der empfohlenen Tagesmenge. Vitamin C ist wichtig für die Immunfunktion, die Kollagenbildung und wirkt antioxidativ. Der Körper kann aber nur begrenzte Mengen aufnehmen; was zu viel ist, scheidest du über den Urin aus. Manche bekommen bei so hohen Mengen weicheren Stuhlgang – das ist die häufigste Nebenwirkung.
- 20 µg Vitamin D3 (entspricht 800 I.E.): Vitamin D spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem. Viele Menschen in Deutschland haben gerade im Winter einen Mangel, weil die Sonne fehlt. 20 µg liegen im empfohlenen Bereich für die tägliche Zufuhr.
- 15 mg Zink (Zinkchlorid): Zink ist essenziell für die Immunabwehr und für viele Stoffwechselprozesse. 15 mg sind eine gute Dosierung – weder zu niedrig noch überdosiert. Bei längerem Gebrauch sehr hoher Zinkmengen (über 25 mg täglich) kann es zu einem Kupfermangel kommen, deshalb enthält das Präparat auch Kupfer.
- 55 µg Selen (Natriumselenat): Selen schützt Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt die Schilddrüsenfunktion. Die Dosierung liegt im oberen, aber noch sicheren Bereich.
- Vitamin A, E, B-Vitamine (B1, B2, B6, B12, Folsäure, Biotin, Pantothensäure, Niacin): Diese decken ein breites Spektrum ab – von Energiestoffwechsel über Nervenfunktion bis zu Schleimhautschutz.
- Spurenelemente: Eisen, Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän, Jod.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: Beta-Carotin, Lycopin, Lutein, Bioflavonoide aus Orangen- und Maracujasaft.
Die Kombination ist durchdacht: Viele der Stoffe wirken synergistisch, also verstärken sich gegenseitig. Vitamin C verbessert zum Beispiel die Eisenaufnahme, Vitamin D und K arbeiten beim Knochenstoffwechsel zusammen.
Kritikpunkte an der Zusammensetzung: Die extrem hohe Vitamin-C-Dosis ist wissenschaftlich umstritten. Studien zeigen: Mehr als 200 mg täglich bringen für gesunde Menschen kaum zusätzlichen Nutzen, weil die Aufnahme im Darm begrenzt ist. 1000 mg sind also Overkill – zumindest für die breite Masse. In Einzelfällen (etwa bei starker körperlicher Belastung oder während einer Infektion) kann der Bedarf tatsächlich höher sein, aber das ist nicht die Norm.
Außerdem: Wer sich ausgewogen ernährt – viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Nüsse, Fisch – deckt viele dieser Nährstoffe schon über die Nahrung. Dann brauchst du kein hochdosiertes Supplement. Anders sieht’s aus, wenn du wenig Vielfalt auf dem Teller hast, viel Fertigprodukte isst oder unter Dauerstress stehst. Dann kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.
Die Darreichungsform – Trinkfläschchen plus Tabletten – ist praktisch. Du musst nicht mehrere Pillen schlucken, und die Flüssigkeit lässt sich schnell trinken. Der Geschmack ist süßlich-fruchtig, ein bisschen wie Multivitaminsaft, nur intensiver. Manche mögen das, andere finden es zu künstlich. Du kannst das Fläschchen auch mit etwas Wasser verdünnen, wenn dir der Geschmack zu stark ist.
Die beiden Tabletten sind klein und leicht zu schlucken. Die gelbe enthält hauptsächlich Folsäure, die weiße Jod. Wichtig: Nimm beides nach einer Mahlzeit ein, idealerweise nach der fettreichsten Mahlzeit des Tages. Warum? Weil die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) Fett brauchen, um im Darm aufgenommen zu werden. Nimmst du das Zeug auf nüchternen Magen, verpufft ein Teil der Wirkung.
Eine Sache, die fast alle erwähnen: Dein Urin wird nach der Einnahme knallgelb bis orange. Das kommt vom Riboflavin (Vitamin B2) und ist völlig harmlos. Manche berichten auch, dass sie den Geschmack noch stundenlang im Mund haben – das liegt an den konzentrierten Inhaltsstoffen.
Was sagen Privatpersonen zur Wirkung?
Ich habe mir Hunderte Rückmeldungen auf Plattformen wie Amazon, Apotheken-Portalen und Foren durchgelesen. Hier die wichtigsten Muster:
Positive Rückmeldungen (ca. 75-80% der Kommentare):
Die meisten schreiben, dass sie sich nach 1-2 Wochen Einnahme fitter und wacher fühlen. „Ich komme morgens besser aus dem Bett“, „Die ständige Müdigkeit ist weg“ – solche Aussagen tauchen oft auf. Viele geben an, dass sie während der Einnahme seltener krank wurden oder dass eine beginnende Erkältung milder verlief als sonst.
Besonders häufig kommt das Präparat bei Personen gut an, die vorher einen Nährstoffmangel hatten (ohne es zu wissen). Wenn du jahrelang zu wenig Vitamin D, Zink oder B-Vitamine zu dir genommen hast, merkst du natürlich eine deutliche Verbesserung, sobald du die Speicher auffüllst.
Ein Beispiel: Eine Frau (62) schrieb, sie habe nach den Corona-Impfungen jedes Jahr im Herbst und Frühjahr schwere Bronchitis gehabt – vier Wochen lang flach, mit Antibiotika. Seit sie Orthomol Immun nimmt, sei die Bronchitis zwar noch aufgetreten, aber sie habe sich währenddessen viel besser gefühlt und sei aktiv geblieben. Sie führt das auf das Präparat zurück und nimmt es seitdem dauerhaft.
Ein anderer schrieb: „Nach vier Tagen fühlte ich mich wie neu geboren. Die Lungenentzündung war weg, die Müdigkeit verschwunden.“ Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein – und ist es wahrscheinlich auch teilweise. Bei einer Lungenentzündung brauchst du in der Regel Antibiotika; kein Supplement heilt das allein. Aber: Es kann den Genesungsprozess unterstützen, indem es dem Immunsystem die Bausteine liefert, die es braucht.
Viele Eltern mit kleinen Kindern (= permanente Infektquelle) geben an, dass sie die Erkältungswellen im Kindergarten besser überstanden haben. „Früher hat mich jeder Schnupfen erwischt, jetzt bleibe ich verschont“ – ein typischer Kommentar.
Neutrale bis gemischte Rückmeldungen:
Einige finden, dass es „vielleicht ein bisschen hilft“, sind sich aber nicht sicher. Das ist ehrlich – bei Nahrungsergänzungsmitteln gibt es oft keinen dramatischen Vorher-Nachher-Effekt, sondern eher ein leichtes „Ich fühle mich insgesamt stabiler“. Das ist schwer zu messen und hängt auch von der eigenen Erwartungshaltung ab.
Häufig genannt wird der hohe Preis. „Wirkt schon, aber für 60-70 Euro im Monat ist mir das zu teuer für Dauerbenutzung.“ Viele nutzen es deshalb nur kurweise – zum Beispiel vier Wochen im Herbst, zwei Wochen im Frühjahr – statt ganzjährig.
Ein weiterer Punkt: Verdauungsprobleme. Manche berichten von festerem Stuhlgang bis hin zu Verstopfung. Das hängt wahrscheinlich mit dem hohen Eisengehalt zusammen; Eisen kann stopfend wirken. Andere hingegen bekommen durch das viele Vitamin C genau das Gegenteil: weicheren, häufigeren Stuhlgang. Beides normalisiert sich meist nach ein bis zwei Wochen.
Negative Rückmeldungen (ca. 10-15%):
Eine kleinere Gruppe sagt ganz klar: „Hat bei mir null gebracht.“ Eine Frau schrieb, sie habe die 30-Tage-Packung durchgezogen und sei danach genauso krank und angeschlagen gewesen wie vorher. Sie bereut die Ausgabe.
Das ist frustrierend, aber nicht überraschend. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Wunderwaffe. Wenn dein Immunsystem aus anderen Gründen geschwächt ist – chronischer Schlafmangel, extremer Stress, eine unerkannte Grunderkrankung – dann bringen auch hochdosierte Vitamine wenig. Du musst die Ursache angehen, nicht nur an den Symptomen herumdoktern.
Manche vertragen das Präparat auch einfach nicht gut. Übelkeit, Magendruck, Sodbrennen – das kommt vor, vor allem wenn du es auf leeren Magen nimmst oder empfindlich auf die Säure (Zitronensäure, L-Milchsäure) reagierst.
Für wen macht Orthomol Immun Sinn?
Basierend auf den Rückmeldungen und der Zusammensetzung ergibt das Präparat vor allem in folgenden Situationen Sinn:
1. Nach längeren Krankheitsphasen oder Antibiotika-Einnahme: Antibiotika killen nicht nur schädliche Bakterien, sondern auch die guten im Darm. Dein Immunsystem ist danach oft geschwächt. Eine gezielte Nährstoffzufuhr kann die Regeneration beschleunigen.
2. In besonders stressigen Lebensphasen: Dauerstress erhöht den Verbrauch von B-Vitaminen, Magnesium und Vitamin C. Wenn du gerade viel Druck hast (Job, Prüfungen, familiäre Belastung), kann eine vorübergehende Supplementierung helfen.
3. Bei einseitiger Ernährung: Wer wenig Gemüse, Obst oder Vollkornprodukte isst, läuft schnell in einen Mangel. Dann ist eine Nahrungsergänzung eine sinnvolle Notlösung – langfristig solltest du aber an deiner Ernährung arbeiten.
4. Bei bekanntem Nährstoffmangel: Wenn ein Bluttest einen Mangel an Vitamin D, Zink oder B12 zeigt, kann Orthomol Immun helfen, die Speicher aufzufüllen. Allerdings gibt es dafür auch günstigere Einzelpräparate.
5. Im Herbst/Winter zur Vorbeugung: Viele nutzen es als Kur über 4-8 Wochen, um sich gegen die Erkältungswelle zu wappnen. Das ist die klassische Anwendung.
Wann macht es wenig Sinn?
- Du ernährst dich bereits ausgewogen und vielfältig.
- Du hast keine wiederkehrenden Infekte oder Erschöpfungsprobleme.
- Du nimmst bereits andere Multivitaminpräparate – dann riskierst du eine Überdosierung.
- Du hast eine Schilddrüsenüberfunktion – wegen des Jodgehalts solltest du vorher mit einem Arzt sprechen.
- Du hast Nierenprobleme – bei Neigung zu Oxalatsteinen kann viel Vitamin C problematisch sein.
Schwangere und Stillende können Orthomol Immun prinzipiell nehmen, aber die Firma empfiehlt stattdessen Orthomol Natal, weil das speziell auf die Bedürfnisse in dieser Phase abgestimmt ist.
Preis-Leistung: Lohnt sich der Aufpreis?
Die Kostenfrage ist heikel. Orthomol Immun gehört zu den teureren Nahrungsergänzungsmitteln. Vergleich:
- Orthomol Immun 30 Tagesportionen: 60-73 Euro (je nach Anbieter) = ca. 2-2,40 Euro pro Tag
- Doppelherz Immun+ Brausetabletten 30 Stück: ca. 8-10 Euro = 0,30 Euro pro Tag
- Bion3 Immun 90 Tabletten: ca. 39 Euro = 0,43 Euro pro Tag
- Einzelpräparate (Vitamin D, Zink, Vitamin C separat): zusammen ca. 0,50-1 Euro pro Tag
Der Preisunterschied ist enorm. Zahlst du für bessere Qualität? Jein. Orthomol hat hohe Qualitätsstandards (TÜV-zertifiziert, DIN EN ISO 22000), nutzt teils höherwertige Formen (z.B. Natrium-L-Ascorbat statt Ascorbinsäure) und dosiert höher. Aber ob das den Faktor 4-6 im Preis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.
Viele zahlen den Aufpreis, weil sie der Marke vertrauen, weil die Darreichungsform praktisch ist oder weil sie gute Wirkung erlebt haben. Andere finden es überteuert und wechseln zu günstigeren Alternativen mit ähnlicher Zusammensetzung.
Spar-Tipps:
- Kaufe die 30-Tage-Packung statt der 7-Tage-Packung – der Preis pro Portion ist niedriger.
- Vergleiche Online-Apotheken: Preise schwanken zwischen 58 und 73 Euro für die 30er-Packung.
- Nutze es kurweise (z.B. 4 Wochen im Herbst) statt dauerhaft – das spart Geld und ist oft ausreichend.
- Prüfe, ob deine Krankenkasse etwas bezuschusst – einige tun das bei bestimmten Indikationen.
Die richtige Einnahme: So holst du das Maximum raus
Timing: Nimm Orthomol Immun nach einer Mahlzeit, idealerweise nach dem Frühstück oder Mittagessen. Nicht abends, sonst könntest du durch die B-Vitamine schlechter einschlafen.
Fett dabei: Achte darauf, dass die Mahlzeit etwas Fett enthält (z.B. Joghurt, Nüsse, Avocado, Öl im Salat). Das verbessert die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine.
Schütteln nicht vergessen: Das Fläschchen vor dem Öffnen gut schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe gleichmäßig verteilen.
Nicht kombinieren mit: Kaffee oder schwarzem Tee direkt bei der Einnahme – die Gerbstoffe können die Eisenaufnahme hemmen. Lass mindestens 30 Minuten Abstand.
Dauer: Die Firma empfiehlt eine regelmäßige, längerfristige Einnahme. Die meisten guten Rückmeldungen stammen von Personen, die mindestens 2-4 Wochen durchgezogen haben. Einzelne Tage bringen nichts – dein Körper braucht Zeit, um die Speicher aufzufüllen.
Pausen einlegen? Bei dauerhafter Einnahme über mehrere Monate kann es sinnvoll sein, alle 2-3 Monate eine Pause von 1-2 Wochen einzulegen. So vermeidest du eine Überdosierung und gibst dem Körper die Chance, sich selbst zu regulieren.
Lagerung: Kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahren. Nicht im Auto lassen, nicht neben der Heizung. Die Vitamine sind empfindlich gegenüber Hitze und Licht.
Gibt es Nebenwirkungen?
Orthomol Immun ist in der Regel gut verträglich, aber wie bei jedem Supplement können Nebenwirkungen auftreten:
Häufig:
- Gelbfärbung des Urins (harmlos, durch Vitamin B2)
- Veränderter Stuhlgang (weicher durch Vitamin C oder fester durch Eisen)
- Intensiver Geschmack, der lange im Mund bleibt
Gelegentlich:
- Magendruck, Übelkeit (vor allem auf leeren Magen)
- Sodbrennen (durch die Säure in der Flüssigkeit)
- Leichte Hautreaktionen (selten, bei Unverträglichkeit)
Vorsicht bei:
- Schilddrüsenerkrankungen: Das Präparat enthält 150 µg Jod pro Tagesportion. Bei einer Überfunktion oder Hashimoto-Thyreoiditis kann das problematisch sein. Sprich vorher mit deinem Arzt.
- Nierensteinen: Bei Neigung zu Oxalatsteinen ist Vorsicht geboten – die hohe Vitamin-C-Dosis kann das Risiko erhöhen.
- Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose): Das enthaltene Eisen kann die Eisenüberlladung verschlimmern.
Wechselwirkungen mit Medikamenten sind selten, aber möglich. Vitamin K kann die Wirkung von Blutverdünnern (Marcumar, Warfarin) beeinflussen. Zink kann die Aufnahme bestimmter Antibiotika hemmen. Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, kläre die Einnahme vorher ab.
Alternativen: Günstiger und trotzdem gut?
Falls dir Orthomol zu teuer ist, gibt es Alternativen:
1. Doppelherz Abwehr aktiv (ca. 10 Euro für 30 Tagesportionen): Enthält Vitamin C, Zink, Selen, B-Vitamine. Dosierung niedriger, aber für viele ausreichend. Darreichungsform: Brausetabletten oder Tabletten.
2. Bion3 Immun (ca. 39 Euro für 90 Tagesportionen): Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und probiotischen Bakterien. Enthält weniger Mikronährstoffe als Orthomol, dafür zusätzlich Probiotika für die Darmflora.
3. Einzelpräparate kombinieren: Vitamin D (5-10 Euro), Zink (10 Euro), Vitamin C (8 Euro) – zusammen günstiger und du kannst die Dosierung individuell anpassen. Nachteil: mehr Pillen schlucken.
4. Orthomol Immun pro (ca. 50 Euro für 30 Tagesportionen): Das ist die Variante mit zusätzlichen Probiotika und Inulin für die Darmflora. Sinnvoll nach Antibiotika-Gabe oder bei Darmproblemen.
5. Vitasprint B12 (ca. 35 Euro für 30 Ampullen): Fokus auf B-Vitamine und Glutamin. Gut bei Erschöpfung, aber weniger umfassend als Orthomol Immun.
Funktioniert Orthomol Immun wirklich? Die wissenschaftliche Sicht
Die entscheidende Frage: Gibt es Belege, dass so ein Präparat wirkt? Die Antwort ist differenziert.
Was gesichert ist:
- Vitamin C, D, Zink, Selen spielen nachweislich eine wichtige Rolle im Immunsystem.
- Bei einem Mangel an diesen Nährstoffen ist das Immunsystem geschwächt; eine Supplementierung kann das verbessern.
- Studien zeigen: Bei ausreichender Versorgung bringt eine Megadosis kaum zusätzlichen Nutzen für Gesunde.
Was nicht gesichert ist:
- Dass hochdosierte Vitaminpräparate Erkältungen verhindern oder verkürzen – die Studienlage ist uneinheitlich.
- Dass die spezielle Kombination von Orthomol besser wirkt als andere Präparate oder Einzelsubstanzen.
Die Cochrane-Datenbank (höchster wissenschaftlicher Standard) hat für Vitamin C gezeigt: Regelmäßige Einnahme verkürzt Erkältungen bei Normalverbrauchern nur minimal (um ca. 8% bei Erwachsenen). Bei Extrembelastungen (Marathonläufer, Soldaten in der Arktis) sieht’s besser aus – dort halbiert sich das Erkältungsrisiko.
Bei Zink gibt’s ähnliche Ergebnisse: Es kann die Dauer einer Erkältung um 1-2 Tage verkürzen, wenn du es beim ersten Kratzen im Hals nimmst. Aber es verhindert nicht, dass du überhaupt krank wirst.
Fazit: Orthomol Immun ist kein Zaubertrank. Es kann eine sinnvolle Unterstützung sein, wenn du einen erhöhten Bedarf hast oder deine Ernährung Lücken aufweist. Aber es ersetzt keinen gesunden Lebensstil.
Mein Fazit: Für wen lohnt sich Orthomol Immun?
Orthomol Immun ist ein solides, hochdosiertes Nahrungsergänzungsmittel mit einer durchdachten Zusammensetzung. Die Qualität ist gut, die Darreichungsform praktisch. Die meisten Rückmeldungen sind positiv – viele fühlen sich fitter, werden seltener krank oder erholen sich schneller.
Es lohnt sich für dich, wenn:
- Du in den letzten Monaten oft krank warst
- Du gerade eine intensive Phase hast (Stress, wenig Schlaf, hohe Belastung)
- Du dich erschöpft fühlst und den Verdacht hast, dass ein Nährstoffmangel dahintersteckt
- Du nach Antibiotika dein Immunsystem wieder aufbauen willst
- Du im Herbst/Winter gezielt vorbeugen möchtest
- Du bereit bist, 60-70 Euro im Monat dafür auszugeben
Es lohnt sich eher nicht, wenn:
- Du bereits ein ausgewogenes Multivitaminpräparat nimmst
- Du dich gesund ernährst und keine Beschwerden hast
- Du knappe 60 Euro lieber in hochwertige Lebensmittel investieren möchtest
- Du empfindlich auf hochdosierte Vitamine reagierst
Meine Empfehlung: Probier die 7-Tage-Packung für rund 21 Euro. Nach einer Woche merkst du, ob du das verträgst und ob sich ein Effekt andeutet. Wenn ja, gönn dir die 30-Tage-Packung und zieh sie durch. Wenn nicht, spar das Geld.
Und vergiss nicht: Die beste Unterstützung für dein Immunsystem ist und bleibt ein gesunder Lebensstil – genug Schlaf, regelmäßige Bewegung, Stressabbau, eine bunte Ernährung mit viel Gemüse und Obst. Orthomol Immun kann das unterstützen, aber nicht ersetzen.
Häufige Fragen zu Orthomol Immun
Wie lange dauert es, bis man eine Wirkung merkt? Die meisten geben an, dass sie nach 1-2 Wochen erste Veränderungen spüren – mehr Energie, weniger Müdigkeit. Die volle Wirkung entfaltet sich nach 3-4 Wochen, wenn die Nährstoffspeicher aufgefüllt sind.
Kann ich Orthomol Immun dauerhaft nehmen? Ja, grundsätzlich schon. Die Firma empfiehlt sogar eine längerfristige Einnahme. Sinnvoller ist aber eine kurweise Anwendung (z.B. 4-8 Wochen im Herbst/Winter), mit Pausen dazwischen. So vermeidest du eine Überdosierung und sparst Geld.
Gibt es Orthomol Immun auch für Kinder? Nein, Orthomol Immun ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Für Kinder gibt es Orthomol Junior C plus – ein speziell dosiertes Präparat für die Altersgruppe 4-11 Jahre.
Kann ich Orthomol Immun mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln kombinieren? Vorsicht: Wenn du bereits ein Multivitaminpräparat nimmst, riskierst du eine Überdosierung – vor allem bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) und Spurenelementen wie Selen oder Jod. Im Zweifel: Arzt oder Apotheker fragen.
Wo kaufe ich Orthomol Immun am günstigsten? Online-Apotheken sind meist günstiger als stationäre Apotheken. Preisvergleich lohnt sich – Unterschiede von 10-15 Euro bei der 30er-Packung sind möglich. Aber: Achte auf seriöse Anbieter (deutsches Impressum, Apothekensiegel).
Hilft Orthomol Immun auch bei einer akuten Erkältung? Es kann die Genesung unterstützen, indem es deinem Körper die nötigen Bausteine liefert. Aber es ist kein Medikament – bei starken Symptomen brauchst du eher Ruhe, Tee, eventuell Schmerzmittel. Starte am besten schon vorher mit der Einnahme, zur Vorbeugung.
Ist Orthomol Immun vegan? Nein. Es enthält tierische Bestandteile (z.B. Gelatine in den Kapseln, Vitamin D aus Wollfett). Für Vegetarier ist es okay, für Veganer nicht. Vegane Alternativen gibt’s von anderen Anbietern.
Was ist der Unterschied zwischen Orthomol Immun und Orthomol Immun pro? Orthomol Immun pro enthält zusätzlich fünf probiotische Bakterienstämme und Inulin – beides gut für die Darmflora. Das macht Sinn, wenn du zusätzlich deine Verdauung unterstützen willst oder nach Antibiotika die Darmflora wieder aufbauen möchtest. Dafür kostet es auch ein paar Euro weniger (ca. 50 statt 60 Euro).
Kann ich Orthomol Immun auch in der Schwangerschaft nehmen? Prinzipiell ja, aber die Firma empfiehlt stattdessen Orthomol Natal – das ist speziell auf die Bedürfnisse in Schwangerschaft und Stillzeit abgestimmt (z.B. höhere Folsäuredosis, Omega-3-Fettsäuren). Sprich mit deinem Frauenarzt darüber.
Macht Orthomol Immun abhängig? Nein. Du kannst es jederzeit absetzen, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen. Es kann aber sein, dass du dich nach dem Absetzen wieder schlapper fühlst – einfach weil dein Körper dann wieder auf die normale Ernährung angewiesen ist. Das ist keine Abhängigkeit, sondern nur der Kontrast zur hochdosierten Zufuhr.
Gibt es Studien speziell zu Orthomol Immun? Die Firma hat keine eigenen klinischen Studien veröffentlicht. Die Zusammensetzung basiert auf dem Konzept der orthomolekularen Medizin (Linus Pauling) und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu einzelnen Mikronährstoffen. Es gibt keine Placebo-kontrollierte Studie, die zeigt, dass genau diese Kombination besser wirkt als andere Präparate.
Warum wird mein Urin so gelb? Das liegt am Riboflavin (Vitamin B2), das in hoher Dosis enthalten ist. Was der Körper nicht braucht, scheidet er über den Urin aus – und das färbt ihn leuchtend gelb bis orange. Das ist völlig harmlos und zeigt nur, dass dein Körper gut mit B2 versorgt ist.
