Freitag, Januar 30, 2026
GesundheitMagen Darm bei Kleinkindern - Was jetzt wirklich hilft

Magen Darm bei Kleinkindern – Was jetzt wirklich hilft

Dein kleiner Schatz hat plötzlich Bauchweh, will nichts essen und der Magen rebelliert? Keine Panik, das passiert fast jedem Kind mehrmals in den ersten Lebensjahren.

Magen Darm Infekte gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kleinkindalter und in den meisten Fällen ist der Spuk nach wenigen Tagen wieder vorbei.

Trotzdem ist es wichtig zu wissen, wie du deinem Kind jetzt am besten helfen kannst und wann du doch lieber zum Kinderarzt gehen solltest.

Anders als bei Erwachsenen verlieren die Kleinen durch Durchfall und Übergeben viel schneller Flüssigkeit. Ihr Körper ist einfach noch nicht so gut darin, mit solchen Verlusten umzugehen. Deshalb steht bei jedem Brechdurchfall eine Sache ganz oben auf der Liste: Dafür sorgen, dass genug Flüssigkeit reinkommt.

Typische Symptome bei Magen Darm

Ein Infekt der Verdauungsorgane kündigt sich bei Kindern oft ziemlich plötzlich an. Eben noch hat dein Kind fröhlich gespielt und im nächsten Moment übergibt es sich oder klagt über starke Bauchschmerzen. Das liegt daran, dass Viren wie Rotaviren oder Noroviren eine sehr kurze Inkubationszeit haben. Bei Noroviren können die ersten Anzeichen schon 6 bis 48 Stunden nach der Ansteckung auftreten.

Diese Beschwerden treten bei einem Infekt typischerweise auf:

Übelkeit und Übergeben stehen meist ganz am Anfang. Das Übergeben kann schwallartig sein und mehrmals hintereinander auftreten. Danach folgt oft wässriger Durchfall, der manchmal auch Schleimbeimengungen enthalten kann. Bauchkrämpfe und allgemeines Unwohlsein kommen häufig dazu. Bei manchen Kindern tritt zusätzlich leichtes Fieber auf, bei einer Infektion mit Rotaviren können auch Schnupfen oder Husten hinzukommen.

Die gute Nachricht: Bei einem normalen Verlauf lassen die Beschwerden nach zwei bis sechs Tagen von alleine nach. Das Übergeben ist oft schon nach 24 bis 48 Stunden vorbei, während der Durchfall noch etwas länger anhalten kann.

Flüssigkeit ist jetzt das A und O

Wenn dein Kind Durchfall hat und sich übergibt, verliert es nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium und Kalium. Diese sogenannten Elektrolyte braucht der Körper aber dringend, damit alles richtig funktioniert. Deswegen reicht es nicht, einfach nur Wasser oder Tee zu geben.

In der Apotheke bekommst du fertige Elektrolytlösungen speziell für Kinder. Die gibt es als Pulver zum Anrühren in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Erdbeere oder Apfel Banane. Diese Lösungen enthalten genau die richtige Mischung aus Zucker und Salzen, damit der Körper die Flüssigkeit optimal aufnehmen kann. Bekannte Produkte sind zum Beispiel Oralpädon oder Elotrans.

Falls du gerade keine Elektrolytlösung zur Hand hast, kannst du dir auch selbst eine Trinklösung nach dem Rezept der Weltgesundheitsorganisation mixen: Sechs gestrichene Teelöffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz in einen Liter Wasser einrühren. Das ist zwar geschmacklich nicht der Hit, hilft aber im Notfall.

Wichtig ist die Art, wie du deinem Kind die Flüssigkeit gibst. Nach dem Übergeben solltest du erstmal etwa 30 Minuten warten, bevor du wieder etwas anbietest. Dann startest du am besten löffelchenweise alle zwei Minuten mit kleinen Mengen von 5 bis 10 ml. Wenn das drin bleibt, kannst du nach und nach größere Schlucke geben. So kann sich der Magen langsam wieder an das Trinken gewöhnen.

Als Richtwert gilt: Dein Kind sollte bei einer Durchfallerkrankung etwa 40 ml pro Kilogramm Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden trinken. Für ein Kind mit 10 Kilo wären das also 400 ml, für eines mit 25 Kilo entsprechend 1000 ml.

Was soll mein Kind essen?

In den ersten Stunden nach dem Übergeben muss dein Kind erstmal gar nichts essen. Der Magen braucht eine Pause. Mach dir keine Gedanken, wenn dein kleiner Patient keinen Appetit hat, das ist völlig normal und der Hunger kommt von ganz allein wieder.

Nach etwa 4 bis 12 Stunden, wenn das Übergeben vorbei ist, kannst du langsam mit Schonkost anfangen. Gut geeignet sind:

Zwieback, trockener Toast oder Salzstangen in kleinen Mengen. Gekochter Reis oder Kartoffeln ohne Fett und mit wenig Salz. Gedünstete Karotten oder Karottensuppe, die schon seit über hundert Jahren als Hausmittel bei Durchfall bekannt ist. Geriebener Apfel ist ebenfalls ein Klassiker, denn das darin enthaltene Pektin bindet Flüssigkeit und legt sich wie ein Schutzfilm auf die Darmschleimhaut. Zerdrückte Banane wird von den meisten Kindern gut vertragen und liefert zusätzlich Kalium.

Was du erstmal weglassen solltest: Milch und Milchprodukte, weil der durch den Infekt angegriffene Darm oft vorübergehend keinen Milchzucker verträgt. Auch sehr fettige Speisen, stark gewürzte Gerichte und Fruchtsäfte mit viel Fruchtzucker sind jetzt keine gute Idee. Cola und Limonade enthalten viel zu viel Zucker und können den Durchfall sogar verschlimmern.

Stillkinder solltest du ganz normal weiterstillen, auch während des Infekts. Die Muttermilch enthält wichtige Antikörper und wird in der Regel gut vertragen. Bei Flaschenkindern kannst du die gewohnte Säuglingsmilch weiter geben und zusätzlich Wasser oder ungesüßten Tee anbieten.

Wann musst du zum Kinderarzt?

Die meisten Magen Darm Infekte heilen von selbst aus. Es gibt aber Situationen, in denen du unbedingt ärztlichen Rat einholen solltest. Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind, desto schneller sollte ein Arzt draufschauen.

Bei Säuglingen unter 6 Monaten solltest du schon nach 6 Stunden anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen. Bei Kleinkindern ist nach 12 Stunden ein Arztbesuch angesagt, bei Schulkindern nach etwa 18 Stunden, wenn der Durchfall oder das Übergeben weitergeht.

Sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme musst du, wenn dein Kind diese Warnsignale zeigt:

Das Kind behält überhaupt keine Flüssigkeit mehr bei sich. Es wirkt teilnahmslos, schläfrig oder reagiert nicht mehr richtig auf Ansprache. Der Mund ist trocken und es gibt keine Tränen beim Weinen. Bei Babys ist die Fontanelle eingefallen. Die Windel ist seit mehr als 6 Stunden trocken oder der Urin ist auffällig dunkel. Es tritt hohes Fieber über 39 Grad auf. Im Stuhl ist Blut zu sehen. Das Kind hat sehr starke Bauchschmerzen und die Bauchdecke ist hart.

Das sind alles Anzeichen, die auf eine fortschreitende Austrocknung oder andere ernsthafte Probleme hindeuten können. Warte in solchen Fällen nicht ab, sondern such dir sofort ärztliche Hilfe.

Welche Viren stecken dahinter?

Rotaviren sind bei Babys und Kindern bis etwa 2 Jahren der häufigste Auslöser für Brechdurchfall. Diese Infekte treten vor allem zwischen Februar und April auf und verlaufen bei kleinen Kindern oft heftiger als bei älteren. Ein Rotavirus Infekt kann 5 bis 7 Tage dauern und geht häufig mit Fieber und auch Erkältungssymptomen einher.

Gegen Rotaviren gibt es eine Schluckimpfung, die von der Ständigen Impfkommission für alle Säuglinge empfohlen wird. Mit der Impfung sollte möglichst früh begonnen werden, idealerweise ab der 6. Lebenswoche. Die Impfung schützt in über 90 Prozent der Fälle vor einem schweren Verlauf.

Noroviren treffen Kinder und Erwachsene gleichermaßen und sind für ihre extreme Ansteckungsfähigkeit bekannt. Schon wenige Viruspartikel reichen aus, um eine Infektion auszulösen. Die Beschwerden setzen sehr plötzlich ein und sind oft ziemlich heftig, klingen dafür aber meist schon nach 12 bis 48 Stunden wieder ab. Gegen Noroviren gibt es leider noch keine Impfung.

Seltener sind Bakterien wie Salmonellen oder EHEC die Übeltäter. Bei einer bakteriellen Infektion kann der Arzt manchmal Antibiotika verschreiben, das ist aber nicht immer nötig oder sinnvoll.

Ansteckung vermeiden

Magen Darm Infekte werden meist über eine Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass winzige Spuren von infiziertem Stuhl über die Hände auf Gegenstände und dann in den Mund einer anderen Person gelangen. Das passiert schneller als man denkt, vor allem beim Wickeln oder auf der Toilette.

Noroviren können zusätzlich auch über die Luft übertragen werden. Beim schwallartigen Übergeben entstehen feinste Tröpfchen, die eingeatmet werden können.

Um die Ausbreitung in der Familie einzudämmen, hilft vor allem eins: Gründliches Händewaschen mit Seife nach jedem Toilettengang, nach dem Wickeln und vor dem Essen oder der Zubereitung von Mahlzeiten. Benutze beim Saubermachen von Erbrochenem am besten Einmalhandschuhe. Handtücher und Bettwäsche des kranken Kindes sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen werden und nicht mit anderen geteilt werden.

Oberflächen im Bad und vor allem die Toilette solltest du regelmäßig reinigen. Bei Noroviren brauchst du ein Desinfektionsmittel mit dem Hinweis viruzid, normale Desinfektionsmittel reichen nicht aus.

Dein Kind darf erst wieder in den Kindergarten oder die Schule, wenn es mindestens 24 bis 48 Stunden symptomfrei ist. Infekte bei Kindern unter 6 Jahren musst du der Einrichtung melden, damit dort entsprechende Hygienemaßnahmen eingeleitet werden können.

Diese Hausmittel können helfen

Neben der Flüssigkeitszufuhr gibt es einige bewährte Hausmittel, die deinem Kind Linderung verschaffen können:

Eine Wärmflasche auf dem Bauch kann bei Krämpfen wohltuend sein, achte aber darauf, dass sie nicht zu heiß ist und wickle sie in ein Handtuch. Fencheltee oder Kamillentee sind magenfreundlich und liefern gleichzeitig Flüssigkeit. Die bereits erwähnte Möhrensuppe nach Moro ist ein echter Klassiker: Die lange gekochten Karotten setzen Zuckermoleküle frei, an die sich die Krankheitserreger binden, statt an die Darmwand anzudocken.

Ruhe und Schlaf sind jetzt sehr wichtig. Vielleicht kannst du deinem Kind mit einem neuen Hörbuch oder einer Geschichte die Zeit im Bett etwas angenehmer machen. Und nicht zu unterschätzen: Kuscheln, Nähe und deine Aufmerksamkeit sind oft die beste Medizin.

Was ist mit Medikamenten?

Bei einem unkomplizierten Magen Darm Infekt brauchst du in der Regel keine Medikamente. Der Körper deines Kindes kämpft selbst gegen die Erreger und Durchfall sowie Übergeben sind Teil dieses Abwehrmechanismus. Medikamente, die den Durchfall stoppen, können die Erkrankung sogar verlängern, weil die Erreger dadurch nicht schnell genug ausgeschieden werden.

Bei starkem Übergeben fragen manche Eltern nach Mitteln wie Vomex (Dimenhydrinat). Da ist Vorsicht angesagt, vor allem bei Kindern unter 3 Jahren. Die möglichen Nebenwirkungen können bei Kleinkindern schwerwiegend sein. Gib solche Mittel nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt und halte dich streng an die empfohlene Dosierung nach Körpergewicht.

Bei Bauchkrämpfen können pflanzliche Präparate wie Kümmelzäpfchen bei Babys oder Iberogast bei größeren Kindern ab 3 Jahren nach Absprache mit dem Arzt eine Option sein. Gegen Fieber und Schmerzen helfen Paracetamol oder Ibuprofen in der richtigen Dosierung.

Das alte Hausmittel Cola und Salzstangen

Du kennst das vielleicht: Cola und Salzstangen sollen bei Magen Darm helfen. Diese Kombination hält sich hartnäckig als Geheimtipp. Die Idee dahinter: Der Zucker in der Cola macht müde Kinder schnell wieder munter, die Salzstangen ersetzen verlorenes Salz und machen durstig.

Für Kinder ist das aber keine gute Wahl. Cola enthält viel zu viel Zucker, was den Durchfall sogar verstärken kann, weil es zusätzlich Wasser in den Darm zieht. Außerdem ist Koffein für Kinder sowieso nicht geeignet und verstärkt den Kaliumverlust. Salzstangen allein liefern nur Natrium, aber kein Kalium, das der Körper genauso dringend braucht.

Bleib also lieber bei den Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder der selbstgemachten WHO Trinklösung. Wenn dein Kind aber gar nichts anderes trinken möchte, ist eine stark verdünnte Saftschorle oder notfalls auch mal ein bisschen Cola besser als gar keine Flüssigkeit.

Wie lange dauert das Ganze?

Die Dauer eines Magen Darm Infekts hängt vom auslösenden Erreger ab. Bei einer Norovirus Infektion ist oft schon nach 1 bis 3 Tagen alles überstanden. Rotaviren können 5 bis 7 Tage Beschwerden verursachen. Das Übergeben ist meist nach spätestens 48 Stunden vorbei, der Durchfall kann aber noch 2 bis 7 Tage anhalten.

Nach dem Infekt solltest du mit der normalen Ernährung langsam wieder einsteigen. Milchprodukte und Obst mit viel Fruchtzucker besser noch 1 bis 2 Wochen meiden, weil der Darm eine Weile braucht, um sich zu erholen.

Dein Kind darf nicht in die Kita oder Schule, solange es noch Symptome hat. Nach einer schweren Durchfallerkrankung sollte es sogar mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor es wieder in die Einrichtung geht. Das ist nicht nur zum Schutz der anderen Kinder wichtig, sondern auch weil dein Kind selbst noch ansteckend sein kann, auch wenn es sich schon besser fühlt.

Magen Darm Infekte bei Kleinkindern sind zwar anstrengend für die ganze Familie, aber in den allermeisten Fällen harmlos und nach wenigen Tagen ausgestanden. Mit der richtigen Flüssigkeitszufuhr, etwas Geduld und viel Zuwendung steht dein kleiner Patient bald wieder auf den Beinen. Und falls du unsicher bist, ob alles normal verläuft: Ruf lieber einmal zu viel beim Kinderarzt an als einmal zu wenig. Dafür ist er schließlich da.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links einkaufen, erhalten wir möglicherweise eine Provision, ohne dass Ihnen zusätzliche Kosten entstehen.

Deal geplatzt: Ralf Dümmel lässt Plux nicht durchkommen – die Hintergründe

Plux-Deal mit Ralf Dümmel geplatzt: Hintergründe zum geplatzten Deal. Erfahren Sie, warum der Deal geplatzt ist und wie es für Gründer weitergeht. Christian Dinow und...

Black Friday 2024: Live-Angebote und Updates

Hallo zusammen! Hier kommen die neuesten Infos zum Black Friday 2024: Wir halten euch live auf dem Laufenden und ihr erfahrt hier, welche Updates...