Innovation

Ding Dong Ping Pong: Tischtennis rund um die Uhr per App

Ding Dong Ping Pong

Tischtennis mit App-Zugang, digitaler Punktezählung und einer Tür, die auch um drei Uhr nachts aufgeht: Das ist die Idee hinter Ding Dong Ping Pong, einem Tischtennis-Club aus Berlin-Prenzlauer Berg. Gegründet haben ihn Waldemar Zeiler und Kian Pariwar, zwei Freunde, die sich seit über 20 Jahren kennen und mit ihren Familien im selben Viertel wohnen. Beide lieben Tischtennis, fanden aber keinen Ort, an dem sie jederzeit spielen konnten. Der örtliche Verein nahm niemanden mehr auf, und öffentliche Platten im Park sind bei Regen, Wind oder Dunkelheit kaum brauchbar. Also haben die beiden ihren eigenen Ort gebaut.

Den Namen Waldemar Zeiler kennst du vielleicht von den Einhorn Kondomen. Mit denen stand er vor rund zehn Jahren in der Höhle der Löwen, ging damals ohne Deal nach Hause und baute die Marke trotzdem groß. Jetzt ist er zurück: In der Folge vom 07.09.2026 pitchen Zeiler und Pariwar Ding Dong Ping Pong vor den Löwen und suchen 500.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. In derselben Ausgabe sitzt Andreas W. Herb erstmals als Löwe mit am Tisch, und beim Wiederbesuch alter Produkte taucht auch Einhorn wieder auf. Wie die Verhandlung ausgeht, ist aus den bisher verfügbaren Infos nicht ersichtlich. Deshalb gibt es hier keine Spekulation über Deal oder Absage.

Interessanter ist ohnehin das Konzept selbst. Ding Dong Ping Pong sitzt in einer ehemals leerstehenden Ladenfläche an der Prenzlauer Allee 38, ein paar Schritte von der M2-Haltestelle Marienburger Straße entfernt. Der Prenzlauer Berg ist mit rund 169.000 Einwohnern einer der dichtesten Bezirke Berlins, und genau dort fehlte ein Ort, an dem Anfänger, Freizeitspieler und Vereinsspieler unkompliziert zusammenkommen. Der Club will diese Lücke schließen: Du buchst dir eine Platte für bis zu vier Personen, öffnest die Tür per Smartphone und spielst, wann es in deinen Tag passt. Frühmorgens vor der Arbeit oder nach Mitternacht, geöffnet ist an allen sieben Tagen von 0 bis 24 Uhr.

Dazu kommt der soziale Gedanke. Die Gründer sehen Tischtennis als Gegenmittel gegen Einsamkeit, weil das Spiel Fremde schnell an einen Tisch bringt. Deshalb gibt es neben freiem Spiel auch offene Spieltermine, sogenannte Play Dates, dazu Turniere und Trainingsangebote. Über die Community-Funktion der App findest du Mitspieler in deiner Nähe, egal ob du gerade erst anfängst oder seit Jahren im Verein trainierst. Aus einer Sporthalle wird so ein Treffpunkt im Kiez, und das ist der eigentliche Kern des Ganzen.

Ausstattung und Technik an der Platte

Der Club begründet sein Bezahlmodell mit Material und Technik. Gespielt wird auf DONIC-Wettkampftischen, also auf Platten, wie sie auch bei Turnieren stehen. Leihschläger mit ESN-Belag und 3-Sterne-Bälle sind im Preis enthalten, du musst also nichts mitbringen außer sauberen Hallenschuhen und Sportkleidung. Ein spezieller Sportboden sorgt für Grip und schont die Gelenke, jede Platte hat eine eigene, ausgerichtete Beleuchtung, und ein Lüftungssystem hält die Luft frisch. Wer schon mal draußen auf einer sandigen Betonplatte mit Sonnenblendung gespielt hat, weiß, wie viel das ausmacht.

Der spannendste Teil ist die Digitalisierung. Unter jeder Platte sitzt ein Knopf, mit dem du den Punktestand hochzählst. Der Stand erscheint auf einem großen Bildschirm neben dem Tisch, Diskussionen darüber entfallen. Nach einem starken Ballwechsel drückst du auf dem iPad an der Wand den Replay-Button und bekommst das Video per Mail. Das ist nett für Social Media, vor allem aber praktisch, um Fehler im eigenen Spiel zu erkennen. An einzelnen Spezialtischen läuft zusätzlich eine Tracking-Technologie, die Tempo und Spin deiner Schläge erfasst.

Wenn du gezielt besser werden willst, buchst du in der App direkt einen Coach dazu. Das Trainerangebot reicht nach Aussage des Clubs von Anfängerniveau bis Bundesliga-Level. Vor Ort gibt es außerdem Schließfächer für Wertsachen, kostenloses WLAN, einen kleinen Shop mit Zubehör und Loungebereiche, in denen du nach dem Match noch sitzen bleiben kannst. Im Schnitt bleiben Gäste ein bis zwei Stunden.

Ein Wort zur Resonanz: Bei Google steht der Standort aktuell bei 4,8 von 5 Sternen aus 181 Rezensionen, beim Urban Sports Club bei 4,9 aus 875. Google weist selbst darauf hin, dass diese Rezensionen nicht überprüft werden. Nimm sie also als Tendenz, nicht als Beweis. Häufig genannt werden die App, die Qualität des Materials und die Atmosphäre. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein Video mit Schauspieler Timothée Chalamet im Club, über das unter anderem die Berliner Morgenpost schrieb, und auf der eigenen Webseite empfiehlt Tischtennis-Legende Jan-Ove Waldner den Laden.

Buchung, Preise und Urban Sports Club

So läuft eine Buchung ab: Du legst in der Ding Dong Ping Pong App ein Konto an, hinterlegst eine Kreditkarte und reservierst Zeitfenster von jeweils 30 Minuten. Für eine volle Stunde wählst du zwei aufeinanderfolgende Slots. Ab 15 Minuten vor Spielbeginn öffnest du die Eingangstür über das Schlägersymbol in der App. Pro Buchung darfst du bis zu drei weitere Personen mitnehmen, eine Platte ist also für maximal vier Spieler gedacht.

Beim Preis bleiben wir ehrlich: Einen festen Betrag pro Stunde nennt der Club auf seiner Webseite nicht offen, der aktuelle Preis erscheint erst beim Buchen in der App. Auf der Urban-Sports-Club-Seite steht ein Einstieg „ab 24 Euro“, das bezieht sich aber auf die dortige Mitgliedschaft, nicht auf eine Einzelbuchung. Schau also vor der ersten Reservierung kurz in der App nach, was der Slot zu deiner Wunschzeit kostet.

Hast du bereits ein Urban Sports Club Abo, kannst du damit spielen. Dafür füllst du einmalig ein Formular auf der Club-Webseite aus, hinterlegst deine Registrierungsdaten und einen Nachweis deiner USC-Mitgliedschaft. Nach der Freischaltung buchst du direkt über die Partner-App. Die Besuchslimits sind überschaubar: Im Tarif Essential ist ein Besuch pro Monat drin, in Classic, Premium und Max jeweils zwei. Bei jedem Besuch scannst du den USC-QR-Code im Eingangsbereich. Eine Begleitperson ist kostenlos dabei und braucht kein eigenes USC-Abo. Achte auf die Stornofristen, sonst wird der Termin trotzdem auf dein Monatslimit angerechnet.

Checkliste für deinen ersten Besuch:

  • App laden und Konto anlegen
  • Kreditkarte hinterlegen oder USC-Freischaltung beantragen
  • Zwei 30-Minuten-Slots hintereinander wählen
  • Saubere Hallenschuhe und Sportkleidung einpacken
  • Bis zu drei Mitspieler einladen
  • Handy geladen halten, es ist dein Schlüssel
  • Stornofrist in der App prüfen

Für Städte außerhalb Berlins gibt es das sogenannte Friendchise-Modell: Wer einen Club im eigenen Viertel eröffnen will, kann sich als Partner bewerben. Wie viele Standorte daraus bisher entstanden sind, lässt sich von außen nicht sicher sagen. Belegen können wir den Standort an der Prenzlauer Allee.

Häufige Fragen zu Ding Dong Ping Pong

Muss ich eigenes Material mitbringen?

Nein. Schläger und Bälle liegen kostenlos bereit. Wer lieber mit dem eigenen Schläger spielt, darf ihn natürlich nutzen.

Kann ich auch alleine hingehen?

Ja. Über die App findest du Spielpartner in der Nähe, außerdem gibt es offene Play Dates und Turniere, bei denen du ohne Begleitung mitmachen kannst.

Ist der Club tatsächlich 24 Stunden offen?

Ja, an allen Tagen inklusive Wochenende und Feiertagen. Der Zugang läuft komplett über die App, deshalb funktioniert das auch nachts.

Gab es einen Deal in der Höhle der Löwen?

Bekannt ist bisher der Pitch in der Folge vom 07.09.2026 mit dem Gesuch von 500.000 Euro für 10 Prozent. Ob ein Löwe eingestiegen ist, verraten die verfügbaren Infos nicht.

Für wen lohnt sich Ding Dong Ping Pong?

Für alle, die regelmäßig spielen wollen und keinen Vereinsplatz bekommen, für Freundesgruppen, Familien und für Leute, die neue Kontakte im Kiez suchen. Wer nur einmal im Jahr eine Runde im Park dreht, braucht das eher nicht.

Einige Links sind Partnerlinks. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.