Samstag, Februar 21, 2026
GesundheitDefibrillator jetzt kaufen: So findest du das richtige Defibrillator

Defibrillator jetzt kaufen: So findest du das richtige Defibrillator

Defibrillator kaufen: So findest du das richtige Gerät für jeden Notfall

Jeden Tag sterben in Deutschland über 270 Menschen am plötzlichen Herztod und die meisten davon außerhalb von Krankenhäusern.

Ein Defibrillator kann genau dann den Unterschied machen, wenn jede Sekunde zählt. Doch bevor du ein solches Gerät anschaffst, solltest du wissen, worauf es wirklich ankommt.

Die gute Nachricht: Moderne Defibrillatoren sind so konstruiert, dass selbst Personen ohne medizinische Vorkenntnisse damit umgehen können.

Über klare Sprachanweisungen führt dich das Gerät durch jeden einzelnen Schritt – vom Öffnen des Gehäuses bis zur lebensrettenden Schockabgabe.

Die Hemmschwelle sinkt dadurch erheblich, auch wenn du noch nie mit einem Defi gearbeitet hast.

Wenn du einen Defibrillator kaufen möchtest, stolperst du schnell über diese beiden Begriffe.

Beide Gerätevarianten analysieren selbstständig den Herzrhythmus und entscheiden eigenständig, ob ein Stromstoß notwendig ist. Der einzige Unterschied liegt in der Art der Schockauslösung.

Halbautomatische Defibrillatoren geben die Schocktaste frei, sobald sie einen behandlungsbedürftigen Rhythmus erkennen. Du als Ersthelfer musst dann aktiv den blinkenden Knopf drücken, um den elektrischen Impuls auszulösen. Das gibt dir die volle Kontrolle – du kannst vorher noch einmal kontrollieren, dass niemand die bewusstlose Person berührt.

Diese Variante eignet sich gut für laute Umgebungen wie Werkstätten, Produktionshallen oder Bahnhöfe. Dort könnte nämlich die Sprachansage eines Vollautomaten im Lärmpegel untergehen. Außerdem fühlen sich viele geschulte Ersthelfer mit der aktiven Beteiligung sicherer, weil sie den Ablauf aus Trainings kennen.

Vollautomatische Defibrillatoren übernehmen die komplette Schockabgabe eigenständig. Nach einem deutlichen Countdown wie „Achtung – Schock in drei, zwei, eins“ gibt das Gerät den Stromstoß selbst ab. Das senkt die Hemmschwelle für Laien erheblich, weil niemand die Verantwortung übernehmen muss, aktiv einen Knopf zu drücken.

Der Vollautomat eignet sich besonders für Standorte mit häufig wechselndem Personal oder für Bereiche, in denen kaum geschulte Ersthelfer verfügbar sind – etwa in Einkaufszentren, Hotels oder Fitnessstudios.

Preislich unterscheiden sich beide Varianten kaum. Je nach Modell und Hersteller liegen vollautomatische Geräte manchmal 50 bis 100 Euro höher, das ist aber kein verlässlicher Indikator. Die Entscheidung solltest du also nicht vom Preis abhängig machen, sondern von deinem konkreten Einsatzort.

Was kostet ein Defibrillator wirklich?

Die Preisspanne für einen hochwertigen Defibrillator bewegt sich zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Einstiegsmodelle für Laien starten bei etwa 1.000 Euro, während Geräte mit erweiterten Funktionen wie EKG-Display, WLAN-Anbindung oder HLW-Feedback schnell 2.000 Euro und mehr kosten können.

Diese Faktoren beeinflussen den Anschaffungspreis:

Hersteller und Modell: Etablierte Marken wie Zoll, Philips, Schiller oder Defibtech bieten verschiedene Preisklassen. Der Zoll AED Plus liegt beispielsweise bei etwa 1.500 Euro, während der LIFEPAK CR2 von Physio-Control mit WLAN-Funktion über 2.700 Euro kostet.

Funktionsumfang: Basisgeräte mit reiner Sprachführung sind günstiger als Modelle mit Video-Display (wie der Lifeline VIEW), integriertem HLW-Feedback oder Kindermodus-Umschalter.

Haltbarkeit der Verbrauchsmaterialien: Hier lohnt sich ein genauer Blick. Geräte mit 5-jährigen Batterien und Elektroden verursachen langfristig niedrigere Folgekosten als Modelle mit nur 2 Jahren Haltbarkeit. Zoll-Defibrillatoren haben zwar oft einen höheren Einstiegspreis, punkten aber mit langlebigen Verbrauchsteilen und niedrigen Folgekosten.

Schutzklasse: Defibrillatoren für den Außenbereich mit IP56-Zertifizierung (Schutz gegen Staub und Strahlwasser) kosten mehr als IP55-Modelle für Innenbereiche.

Zusatzausstattung: Notfallsets mit Handschuhen, Rasierer, Beatmungstuch und Kleiderschere sind oft inklusive, manchmal aber auch separat zu kaufen. Auch Wandhalterungen, Schutzschränke oder Hinweisschilder schlagen mit 50 bis 600 Euro zusätzlich zu Buche.

Beispielrechnung für die Gesamtkosten

Nehmen wir an, du entscheidest dich für einen Primedic HeartSave YA zum Preis von 1.200 Euro. Dazu kommt:

  • Wandschrank mit Alarm: 280 Euro
  • Hinweisschild: 10 Euro
  • Einweisung vor Ort: 150 Euro
  • Erste Elektroden-/Batterie-Ersatz nach 4 Jahren: 180 Euro

Über einen Zeitraum von 8 Jahren kommst du damit auf Gesamtkosten von rund 2.180 Euro – also etwa 23 Euro pro Monat. Setzt du das Gerät ins Verhältnis zur potenziellen Lebensrettung, relativiert sich dieser Betrag schnell.

Diese Folgekosten solltest du einplanen

Mit dem Kauf allein ist es nicht getan. Ein Defibrillator muss regelmäßig gewartet werden, Verbrauchsmaterialien haben ein Verfallsdatum, und gesetzliche Vorgaben verlangen bestimmte Kontrollen.

Batterien: Je nach Modell halten sie zwischen 2 und 7 Jahren. Ersatzbatterien kosten zwischen 80 und 250 Euro. Lithium-Mangan-Batterien sind teurer, halten dafür aber länger.

Elektroden: Die Klebeelektroden altern auch ohne Einsatz. Nach 2 bis 5 Jahren müssen sie ausgetauscht werden, Kosten liegen bei 60 bis 180 Euro pro Satz.

Wartung und STK: Die sicherheitstechnische Kontrolle (STK) ist in Deutschland für gewerblich genutzte Defibrillatoren Pflicht. Die jährlichen Kosten bewegen sich zwischen 100 und 200 Euro, abhängig vom Dienstleister. Viele Hersteller bieten Wartungsverträge an, die neben der STK auch den automatischen Austausch von Verbrauchsmaterialien einschließen.

Schulungen: Eine einmalige Einweisung nach Medizinproduktegesetz (MPG) kostet etwa 100 bis 200 Euro. Auffrischungskurse für deine Mitarbeiter liegen bei 50 bis 150 Euro pro Teilnehmer.

Manche Hersteller wie MedX5 oder Defibtech bieten kostenlose Serviceleistungen wie Erinnerungsservice vor Ablauf von Batterien, Rücknahme alter Batterien oder sogar Leihgeräte während der Wartung. Das solltest du bei der Kaufentscheidung berücksichtigen.

Leasing als Alternative zum Kauf

Nicht jedes Unternehmen oder jeder Verein kann oder möchte 1.000 bis 2.000 Euro auf einen Schlag investieren. Hier kommt Leasing ins Spiel. Bei monatlichen Raten von 25 bis 60 Euro verteilst du die Kosten über einen längeren Zeitraum – typischerweise 36, 48 oder 60 Monate.

Der Vorteil: In vielen Leasingverträgen sind Wartung, Verbrauchsmaterialien und Updates bereits enthalten. Nach Ablauf der Laufzeit gehört das Gerät dir entweder (Mietkauf) oder du gibst es zurück und leasst ein neueres Modell.

Rechne aber genau nach. Über die gesamte Laufzeit zahlst du beim Leasing meistens mehr als beim Direktkauf. Dafür hast du keine ungeplanten Zusatzkosten für Batterien oder Elektroden.

Worauf du beim Kauf unbedingt achten solltest

Für wen ist das Gerät gedacht?

Steht der Defibrillator in einer Firma mit ausgebildeten Ersthelfern? Oder soll er in einer Sporthalle hängen, wo ständig wechselnde Personen Zugriff haben? Diese Frage entscheidet maßgeblich über die Wahl des Modells.

Für Laien ohne Vorkenntnisse eignen sich Geräte mit klarer Sprachführung, LED-Anzeigen und idealerweise einem Video-Display. Der Lifeline VIEW AED zeigt als einziges Gerät am Markt kurze Videoclips, die jeden Schritt visuell erklären.

Für geschultes Personal reicht oft ein schlichtes Modell mit Sprachansagen. Profis wissen, was zu tun ist, und empfinden zu viele Anweisungen manchmal sogar als störend.

Umschalter für Kinder

Viele Defibrillatoren haben einen integrierten Kindermodus. Über einen Schalter oder Schlüssel passt du die Schockenergie für Kinder unter 8 Jahren oder unter 25 Kilogramm an. Das ist wichtig für Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder oder Sportvereine.

Bei manchen Modellen musst du separate Kinderelektroden kaufen und umstecken. Komfortabler sind Kombi-Elektroden mit Umschalter direkt am Gerät.

Sprachführung und Anzahl der Sprachen

Standardmäßig bieten die meisten Defibrillatoren deutsche Sprachführung. In Gegenden mit vielen ausländischen Mitarbeitern oder Touristen macht ein mehrsprachiges Modell Sinn. Der Primedic HeartSave YA kann beispielsweise auf bis zu 32 Sprachen umgeschaltet werden – sogar während des Betriebs.

Display oder kein Display?

Alle modernen Defibrillatoren arbeiten mit Sprachansagen, ein Display ist also nicht zwingend nötig. Trotzdem kann es hilfreich sein. Manche Geräte zeigen den Countdown bis zur Schockabgabe, den Status der Herzdruckmassage oder sogar ein Live-EKG an.

Für Profis im Rettungsdienst ist ein EKG-Display Gold wert. Für Laien reicht meist eine LED-Anzeige oder ein einfaches Symbol-Display völlig aus.

Schutzklasse für Innen- oder Außenbereich

Soll dein Defibrillator im klimatisierten Büro hängen oder draußen an einer Hauswand? Für den Außenbereich brauchst du mindestens IP55, besser IP56. Das schützt vor Staub, Regen und extremen Temperaturen.

Für Innenbereiche ohne besondere Belastung reicht auch eine niedrigere Schutzklasse. Achte aber darauf, dass der Standort nicht direkt an der Heizung oder in praller Sonne liegt – Batterien und Elektroden reagieren empfindlich auf Hitze.

Garantie und Service

Die Herstellergarantie variiert stark. Standard sind 2 bis 5 Jahre, einige Marken wie Primedic oder Schiller bieten 8 oder sogar 10 Jahre. Das spricht für Qualität und Langlebigkeit.

Wichtiger noch: Was passiert im Service-Fall? Gibt es einen deutschen Ansprechpartner, oder musst du dich mit einem internationalen Call-Center herumschlagen? Bekommst du ein Leihgerät, während deins zur Wartung ist? Diese Fragen klärst du am besten vor dem Kauf.

Diese Hersteller und Modelle solltest du kennen

Der Markt für Defibrillatoren ist groß. Hier eine Übersicht über bewährte Anbieter:

Zoll Medical: Der Zoll AED Plus ist seit Jahren ein Bestseller. Er punktet mit einem einzigartigen HLW-Feedback-System, das die Tiefe und Frequenz der Herzdruckmassage in Echtzeit misst und korrigiert. Schutzklasse IP55, Batterien und Elektroden halten 5 Jahre. Preis: ca. 1.500 Euro.

Philips: Der HeartStart HS1 ist kompakt, leicht und extrem benutzerfreundlich. Philips setzt auf klare Sprachansagen und eine automatische Umgebungsanpassung der Lautstärke. Preis: ca. 1.200 Euro.

Physio-Control (Stryker): Der LIFEPAK CR2 gehört zur Oberklasse. Mit WLAN-Funktion, automatischer Gerätewartung und farbigem Display richtet er sich an professionelle Anwender. Preis: ab 2.700 Euro.

Primedic (Metrax): Der HeartSave YA ist ein deutscher Klassiker. Robustes Gehäuse, IP55, mehrsprachig und 8 Jahre Herstellergarantie. Preis: ca. 1.200 Euro.

Defibtech: Die Lifeline-Serie bietet verschiedene Modelle – vom simplen Lifeline AED mit LED-Anzeige bis zum Lifeline VIEW mit Videodisplay. Alle sind kompakt, langlebig und einfach zu bedienen. Preis: 1.300 bis 1.800 Euro.

Schiller: Der FRED PA-1 ist Made in Germany und kommt mit 10 Jahren Garantie. Für Profis gibt es auch Versionen mit manuellem Modus für erfahrenes medizinisches Personal. Preis: ca. 1.700 Euro.

Mindray: Der Beneheart C1A ist ein Preis-Leistungs-Tipp aus dem unteren Segment. Vollautomatisch, solide Verarbeitung und guter Support. Preis: ca. 1.050 Euro.

Die Entscheidung für einen Hersteller hängt oft von deinen Prioritäten ab. Legst du Wert auf deutsche Produktion, ist Primedic oder Schiller die richtige Wahl. Brauchst du ausgefeilte Technik mit WLAN-Anbindung, greif zum LIFEPAK CR2. Suchst du ein günstiges Einstiegsmodell mit solider Qualität, ist Mindray oder Philips eine gute Option.

So findest du den richtigen Standort für deinen Defibrillator

Ein Defibrillator nützt nichts, wenn er im Notfall nicht schnell erreichbar ist. Innerhalb von 3 bis 5 Minuten sollte das Gerät am Einsatzort sein – danach sinkt die Überlebenschance massiv.

Zentrale, gut sichtbare Position: Idealerweise hängt der Defi an einem stark frequentierten Ort wie im Eingangsbereich, im Treppenhaus oder in der Kantine. Ein grünes Hinweisschild mit Herzsymbol und der Aufschrift „AED“ macht auf den Standort aufmerksam.

Barrierefreier Zugang: Der Defibrillator sollte frei zugänglich sein, nicht hinter verschlossenen Türen oder in abgelegenen Räumen. In großen Gebäuden macht es Sinn, mehrere Geräte zu verteilen.

Schutz vor Witterung und Vandalismus: Im Außenbereich brauchst du einen beheizten, wetterfesten Wandschrank. Modelle mit Alarmfunktion schrecken Diebe ab und melden Entnahmen direkt an eine zentrale Stelle.

Registrierung in öffentlichen Datenbanken: Trage deinen Defibrillator in Apps wie CISALI oder „Leben retten“ ein. So können Rettungsleitstellen im Notfall gezielt darauf hinweisen, wo das nächste Gerät verfügbar ist.

Rechtliche Pflichten: Das musst du wissen

Defibrillatoren sind Medizinprodukte der Klasse III und unterliegen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Als Betreiber hast du bestimmte Pflichten:

Einweisung nach MPG: Jede Person, die den Defibrillator verwenden soll, braucht eine Einweisung in das konkrete Modell. Ausnahme: rein privater Gebrauch zu Hause. Die Einweisung darf nur durch den Hersteller oder eine befugte Person erfolgen – etwa einen zertifizierten Dienstleister.

Medizinproduktebuch: Du musst ein Bestandsverzeichnis führen, in dem Anschaffung, Wartungen, Einweisungen und Einsätze dokumentiert sind. Viele Hersteller bieten digitale Lösungen oder Apps dafür an.

Sicherheitstechnische Kontrollen (STK): Mindestens alle 2 Jahre ist eine STK durch eine befugte Stelle vorgeschrieben. Dabei werden Funktion, Batteriezustand, Elektroden und Software überprüft.

Meldung von Vorkommnissen: Sollte der Defibrillator im Einsatz versagen oder unerwartet Fehler zeigen, musst du das dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden.

Diese Pflichten gelten für Unternehmen, Vereine, öffentliche Einrichtungen und Arztpraxen. Privatpersonen, die ein Gerät für zu Hause kaufen, sind davon ausgenommen.

Gibt es Zuschüsse oder Förderungen?

Ja, in manchen Fällen kannst du dir die Anschaffung bezuschussen lassen:

Berufsgenossenschaften: Die BG Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) fördert Defibrillatoren mit bis zu 2.000 Euro pro Jahr und Unternehmen. Voraussetzung: Du bist Mitglied und das Gerät ist noch nicht prämiert worden.

Krankenkassen: In Einzelfällen übernehmen Krankenkassen Kosten für Defibrillatoren in Pflegeheimen oder betreuten Wohneinrichtungen. Nachfragen lohnt sich.

Kommunale Förderprogramme: Einige Städte und Gemeinden bezuschussen die Anschaffung von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren – etwa für Sportvereine oder Feuerwehren.

Sponsoring und Crowdfunding: Viele Vereine finanzieren ihren Defibrillator über Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft oder über Crowdfunding-Kampagnen. Transparente Kommunikation über den Nutzen hilft dabei enorm.

Erkundige dich frühzeitig bei deiner Berufsgenossenschaft oder der Gemeindeverwaltung, welche Möglichkeiten bestehen. Die Anträge müssen meist vor dem Kauf gestellt werden.

Schulung und Einweisung: Wie bereitest du dich vor?

Ein Defibrillator ist zwar selbsterklärend, trotzdem senkt eine kurze Schulung die Hemmschwelle erheblich. Erste-Hilfe-Kurse mit AED-Einweisung dauern 4 bis 8 Stunden und kosten zwischen 40 und 80 Euro pro Person.

Inhalte solcher Kurse:

  • Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstands
  • Herzdruckmassage und Beatmung
  • Bedienung des Defibrillators (an einem Trainingsmodell)
  • Rechtliche Absicherung für Ersthelfer

Die gesetzlich vorgeschriebene Einweisung nach MPG dauert nur 20 bis 30 Minuten und konzentriert sich rein auf die Handhabung deines konkreten Defibrillatormodells. Sie kann vor Ort, per Video-Webkonferenz oder als Online-Schulung mit Zertifikat erfolgen.

Plane regelmäßige Auffrischungen ein – etwa alle 2 Jahre. So bleibt das Wissen frisch und neue Mitarbeiter werden integriert.

Häufige Fehler beim Kauf vermeiden

Fehler 1: Nur auf den Preis schauen Der günstigste Defibrillator ist nicht automatisch der beste. Achte auf Gesamtkosten über die Lebensdauer, also inklusive Batterien, Elektroden und Wartung.

Fehler 2: Billigmodelle aus Fernost ohne Zertifizierung In Online-Shops tauchen manchmal Geräte für unter 500 Euro auf. Oft fehlt die MDR-Zertifizierung (Medical Device Regulation) oder es gibt keinen deutschen Service. Finger weg davon – im Notfall muss absolute Verlässlichkeit gegeben sein.

Fehler 3: Zu lange auf Lieferzeiten warten Defibrillatoren sind teilweise mehrere Wochen nicht lieferbar. Plane genug Vorlauf ein, damit du nicht in Zeitnot gerätst.

Fehler 4: Einweisung vergessen Ohne Einweisung nach MPG verstößt du gegen gesetzliche Vorgaben. Im schlimmsten Fall erlischt sogar die Haftpflichtversicherung bei Schäden.

Fehler 5: Standort schlecht gewählt Ein Defibrillator im Keller oder hinter einer verschlossenen Tür ist nutzlos. Überlege dir den Standort gut und kommuniziere ihn klar an alle Mitarbeiter oder Vereinsmitglieder.

Häufige Fragen zum Defibrillator-Kauf

Kann ich als Privatperson einen Defibrillator kaufen? Ja, selbstverständlich. Für den privaten Gebrauch zu Hause unterliegen Defibrillatoren keinen Einschränkungen. Die Einweisungspflicht nach MPG entfällt ebenfalls.

Wie lange hält ein Defibrillator? Bei guter Wartung und regelmäßigem Austausch der Verbrauchsmaterialien sind 10 bis 15 Jahre realistisch. Die Elektronik ist langlebig, Batterien und Elektroden müssen aber alle paar Jahre erneuert werden.

Was passiert, wenn ich den Defibrillator falsch bediene? Das ist praktisch unmöglich. Das Gerät analysiert selbstständig, ob ein Schock nötig ist. Selbst wenn du die Elektroden vertauschst oder an die falsche Stelle klebst, gibt das Gerät keinen Schock ab, wenn kein behandlungsbedürftiger Rhythmus vorliegt. Du kannst also nichts falsch machen.

Brauche ich eine spezielle Versicherung? Nein, aber prüfe, ob deine Betriebshaftpflicht den Einsatz von Medizinprodukten abdeckt. In der Regel ist das der Fall. Für Privatpersonen reicht die normale Privathaftpflicht.

Kann ich gebrauchte Defibrillatoren kaufen? Grundsätzlich ja, aber mit Vorsicht. Gebrauchte Geräte sollten eine aktuelle STK haben, noch ausreichend Garantie bieten und von einem seriösen Händler stammen. Batterien und Elektroden müssen neu sein. Oft lohnt sich der Preisunterschied kaum, weil du für ein Neugerät deutlich mehr Sicherheit bekommst.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Laien- und Profi-Defibrillatoren? Laien-Defibrillatoren (AED) arbeiten vollautomatisch oder halbautomatisch und geben klare Sprachanweisungen. Profi-Defibrillatoren bieten einen manuellen Modus, in dem geschultes Personal die Schockstärke und den Zeitpunkt selbst wählt. Für Laien sind ausschließlich AEDs geeignet.

Muss ich den Defibrillator irgendwo registrieren? Gesetzlich vorgeschrieben ist das nicht. Sinnvoll ist aber die Eintragung in öffentliche Apps wie CISALI oder bei der Rettungsleitstelle, damit der Standort im Notfall bekannt ist. Viele Hersteller bieten diesen Service kostenlos an.

Was ist der Unterschied zwischen AED und Defibrillator? AED steht für „Automatisierter Externer Defibrillator“ und bezeichnet Geräte für Laien. Der Begriff Defibrillator umfasst auch manuelle Modelle für Profis. Umgangssprachlich werden beide Begriffe oft synonym verwendet.

Kann ich mit einem Defibrillator auch Kindern helfen? Ja, wenn das Gerät über einen Kindermodus oder separate Kinderelektroden verfügt. Die Schockenergie wird dann automatisch reduziert. Ohne Kindermodus solltest du bei Kindern unter 8 Jahren oder 25 Kilogramm auf den Einsatz verzichten und stattdessen nur die Herzdruckmassage durchführen.

Wie oft muss ich Elektroden und Batterien tauschen? Elektroden halten je nach Modell 2 bis 5 Jahre, Batterien 2 bis 7 Jahre. Das Haltbarkeitsdatum steht auf der Verpackung. Viele Geräte zeigen automatisch an, wenn ein Austausch fällig ist.

Fazit: Investition, die sich lohnt

Ein Defibrillator kostet zwischen 1.000 und 3.000 Euro – das klingt nach viel Geld. Doch setzt du diese Summe ins Verhältnis zu den potenziell geretteten Leben, relativiert sich der Betrag schnell. Mit jedem Tag, den das Gerät einsatzbereit hängt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es im Notfall den entscheidenden Unterschied macht.

Achte beim Kauf auf diese Kernpunkte: Wähle zwischen voll- und halbautomatisch je nach Einsatzort, berücksichtige die Gesamtkosten über die Lebensdauer, investiere in ein zertifiziertes Markengerät mit gutem Service und sorge für eine gründliche Einweisung aller potenziellen Anwender.

Wenn du diese Punkte beachtest, triffst du eine fundierte Entscheidung und bist im Ernstfall optimal vorbereitet. Denn am Ende geht es um mehr als nur ein technisches Gerät – es geht um Leben retten.

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