Montag, Februar 9, 2026
GesundheitBundesamt warnt Millionen Menschen vor Gefahr durch Käse

Bundesamt warnt Millionen Menschen vor Gefahr durch Käse

Veganer Käse mit Mineralöl: Was du jetzt über pflanzliche Käsealternativen wissen musst

Falls du dich in letzter Zeit mal gefragt hast, warum die Schlagzeilen rund um pflanzliche Käsealternativen so alarmierend klingen – das hat gute Gründe.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Ende 2025 Zahlen veröffentlicht, die aufhorchen lassen.

In 57 von 67 untersuchten Proben fanden sich Mineralölrückstände. Bei acht Produkten waren es sogar die besonders kritischen MOAH-Verbindungen, die als potenziell krebserregend gelten.

Die Sache ist ärgerlich, weil viele von uns pflanzliche Produkte kaufen, um etwas Gutes zu tun – für die Tiere, für die Umwelt, für die eigene Gesundheit. Und dann so was. Aber keine Sorge: In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst, um trotzdem sichere Produkte zu finden und worauf es beim Kauf wirklich ankommt.

Was haben die Prüfer genau gefunden?

Das BVL hat 2024 insgesamt 67 Proben von pflanzlichen Käsealternativen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis liest sich ziemlich ernüchternd: In 57 Proben wurden MOSH-Verbindungen nachgewiesen – also gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe. Diese Stoffe reichern sich im Körper an, vor allem in Leber, Milz und Fettgewebe. Was sie dort langfristig anrichten, ist noch nicht vollständig geklärt.

Bei acht Produkten fanden sich zusätzlich MOAH-Verbindungen. Das sind aromatische Kohlenwasserstoffe, und die sind wirklich problematisch. Unter ihnen können sich krebserregende Substanzen verstecken. Bei sieben dieser acht Proben lag der Wert sogar über dem Beurteilungswert von einem Milligramm pro Kilogramm.

Das höchste Ergebnis: 2,5 Milligramm MOAH pro Kilogramm – gefunden in einem Produkt auf Kokosfett-Basis. Auch bei den MOSH-Werten war ein Kokosfett-Produkt Spitzenreiter mit 12 Milligramm pro Kilogramm. Darauf komme ich später nochmal zurück, denn Kokosfett spielt eine zentrale Rolle bei diesem Problem.

Wer ist besonders gefährdet?

Dr. Andrea Luger, die beim BVL die Abteilung Lebensmittelsicherheit leitet, macht deutlich: Für Menschen, die ab und zu mal pflanzlichen Käse essen, besteht derzeit kein Gesundheitsrisiko. Anders sieht es aus bei Kleinkindern, Kindern und Menschen, die viel davon verzehren.

Das bedeutet konkret: Wenn du dir zwei- bis dreimal pro Woche ein Brot mit pflanzlichem Käse machst, musst du dir keine Gedanken machen. Kritisch wird es erst, wenn pflanzlicher Käse täglich oder mehrmals täglich auf dem Speiseplan steht – vor allem bei kleinen Kindern, deren Organe noch in der Entwicklung sind.

Trotzdem ist das natürlich kein Freifahrtschein. Die Hersteller sind gefordert, ihre Produktionsprozesse zu verbessern. Das BVL betont ausdrücklich, dass niedrigere Werte technisch möglich sind – die Daten zeigen nämlich, dass einige Produkte deutlich weniger belastet sind als andere.

Wie kommt das Mineralöl überhaupt in den Käse?

Die Frage ist berechtigt: Wie landet Mineralöl in einem Produkt, das hauptsächlich aus Wasser, Kokosfett und Stärke besteht? Die Antwort ist leider komplex, denn es gibt mehrere Eintragswege.

Schon bei der Rohstoffgewinnung kann Kontakt mit Mineralöl entstehen. Pflanzliche Öle wie Kokosfett, Mandelöl, Rapsöl oder Sheabutter werden oft in Produktionsanlagen verarbeitet, in denen Schmierstoffe zum Einsatz kommen. Auch während der Verarbeitung, beim Transport und bei der Lagerung können Mineralölrückstände in die Produkte gelangen. Selbst die Verpackung kann eine Quelle sein – Druckfarben und Klebstoffe enthalten manchmal Mineralölbestandteile.

Die Verbraucherzentrale gibt dazu einen wichtigen Hinweis: Je größer die Kontaktfläche zwischen Lebensmittel und Verpackung ist, desto mehr Stoffe können übergehen. Bei pflanzlichen Käsescheiben in Plastikverpackungen ist diese Kontaktfläche naturgemäß groß.

Kokosfett ist das Hauptproblem

Wenn du dir die Zutatenliste der meisten pflanzlichen Käsealternativen anschaust, findest du dort fast immer Kokosfett oder Kokosöl. Das hat produktionstechnische Gründe: Kokosfett sorgt für die richtige Konsistenz, lässt sich gut verarbeiten und schmilzt beim Erhitzen ähnlich wie echter Käse.

Genau dieses Kokosfett ist aber auch der Hauptverdächtige, wenn es um Mineralölrückstände geht. Die beiden höchsten Messwerte – sowohl bei MOSH als auch bei MOAH – stammen aus Produkten auf Kokosfett-Basis. Das ist kein Zufall.

Kokosfett wird oft über weite Strecken transportiert, in großen Tanks gelagert und in Anlagen verarbeitet, die auch für andere Fette und Öle genutzt werden. An jedem dieser Schritte besteht die Möglichkeit, dass Mineralölreste ins Produkt gelangen.

Was können wir daraus lernen? Produkte, die auf anderen Grundlagen basieren – etwa auf Mandeln, Cashews oder Hülsenfrüchten – haben tendenziell bessere Chancen, weniger belastet zu sein. Das bestätigen auch die Prüfergebnisse.

Öko-Test findet ähnliche Probleme

Interessant ist, dass nicht nur das BVL Alarm geschlagen hat. Öko-Test hat Ende 2024 zwölf pflanzliche Käsealternativen untersucht und kommt zu ähnlich ernüchternden Ergebnissen. In sieben Produkten fanden sich MOSH-Verbindungen in erhöhten Mengen. In vier Produkten wurden MOAH nachgewiesen – bei drei davon über dem von der EU vorgeschlagenen Höchstgehalt.

Zwei bekannte Produkte schneiden bei Öko-Test mit „ungenügend“ ab: die „Noa Natur Scheiben“ und der „Violife Gouda Geschmack“. Beide enthalten problematische Mengen an Mineralölrückständen und haben zusätzlich einen sehr hohen Salzgehalt (2,3 bis 2,6 Prozent).

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Fünf Produkte bekamen die Note „gut“. Dazu gehören die „Genuss Scheiben Gouda Style“ von Bedda, die „Milden Genießerscheiben“ von Rewe Beste Wahl und die „Vegane Genießer-Scheiben Mild“ von Lidl (Vemondo). Diese Produkte kosten zwischen 1,19 und 1,59 Euro pro 150 Gramm und enthalten nur Spuren von Mineralöl.

Ein klarer Fall von: Gute Qualität muss nicht teuer sein, und teure Produkte sind nicht automatisch besser.

Diese Produkte solltest du eher meiden

Auch wenn es keine offizielle Rückrufliste gibt, lohnt sich ein kritischer Blick auf bestimmte Produkte. Violife gehört zu den bekanntesten Marken im Bereich pflanzlicher Käse – und gleichzeitig zu den am stärksten belasteten. Der „Violife Gouda Geschmack“ wurde sogar Ende 2024 von einem Hersteller in Baden-Württemberg zurückgerufen, nachdem ein Labor erhöhte Mineralölwerte festgestellt hatte.

Auch Noa, eine ebenfalls sehr verbreitete Marke, schneidet in den Prüfungen schlecht ab. Beide Produkte basieren hauptsächlich auf Kokosfett, Wasser und Stärke – und genau diese simple Zusammensetzung scheint anfällig für Kontaminationen zu sein.

Produkte mit sehr hohem Kokosfettanteil solltest du generell kritisch betrachten. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft: Steht Kokosöl oder Kokosfett an zweiter oder dritter Stelle (nach Wasser), ist Vorsicht geboten. Produkte mit einem Anteil von 20 Prozent Kokosfett oder mehr sind häufiger betroffen.

Bessere Alternativen: Darauf kannst du setzen

Die gute Nachricht ist: Es gibt pflanzliche Käsealternativen, die deutlich besser abschneiden. Hier sind ein paar konkrete Empfehlungen:

Cashew-basierte Produkte wie die von Dr. Mannah’s (früher Happy Cheeze) schneiden in Prüfungen durchweg gut ab. Sie enthalten meist nur Bio-Cashewkerne, Wasser, Salz und natürliche Aromen. Der Nachteil: Sie kosten deutlich mehr – zwischen 3,50 und 5 Euro pro 100 Gramm.

Mandel-basierte Alternativen wie Simply V oder Licorne überzeugen ebenfalls. Das „Mandel Hirtenglück Mediterrane Kräuter“ von Licorne wurde von der Verbraucherzentrale Hamburg sogar zum Testsieger gekürt. Diese Produkte haben einen höheren Nussanteil und dadurch automatisch weniger Kokosfett.

Eigenmarken der Discounter wie Vemondo von Lidl, My Veggie von Edeka oder Rewe Beste Wahl überraschen positiv. Sie sind günstig (oft nur 1,19 Euro pro 150 Gramm) und schneiden bei Schadstoffen gut ab. Der Grund: Sie werden oft von kleineren Herstellern produziert, die modernere Produktionsanlagen haben.

Bio-Produkte sind nicht automatisch besser, aber die Chance auf geringere Belastung ist höher. Der Veggie Filata gerieben (Bio) schneidet beispielsweise sehr gut ab und kostet nur 1,48 Euro pro 100 Gramm.

Der Salzgehalt ist auch ein Problem

Neben Mineralöl gibt es noch ein zweites großes Problem bei pflanzlichen Käsealternativen: den Salzgehalt. Fast alle getesteten Produkte enthalten zu viel Salz. In Finnland müssen Produkte ab 1,4 Prozent Salzgehalt einen Warnhinweis tragen. Viele pflanzliche Käsesorten liegen deutlich darüber – manche sogar bei 2,5 Prozent.

Das ist problematisch, weil zu viel Salz langfristig den Blutdruck erhöht und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert. Warum steckt überhaupt so viel Salz drin? Ganz einfach: Ohne Salz schmecken Wasser, Kokosfett und Stärke nach nichts. Das Salz soll den „käsigen“ Geschmack imitieren.

Beim Kauf lohnt sich der Blick auf die Nährwerttabelle. Produkte mit weniger als 1,5 Gramm Salz pro 100 Gramm sind die bessere Wahl. Die „Milden Genießerscheiben“ von Rewe Beste Wahl enthalten beispielsweise nur 1,6 Prozent Salz – deutlich weniger als viele Konkurrenzprodukte.

Sind pflanzliche Käsealternativen trotzdem gesund?

Die Antwort ist: Kommt drauf an. Ernährungsphysiologisch sind pflanzliche Käsealternativen kein vollwertiger Ersatz für echten Käse. Sie enthalten deutlich weniger Protein und fast kein Calcium – außer, es wurde künstlich zugesetzt. Auch Vitamin B12, Jod, Vitamin K und Vitamin D fehlen oft.

Was die Inhaltsstoffe angeht, sind die meisten Produkte hochverarbeitet. Die Hauptbestandteile sind Wasser, Kokosfett, Stärke und Aromen. Ernährungsexperten warnen: Zu viel Stärke wird im Körper zu Zucker abgebaut und kann langfristig zu Gewichtszunahme oder Typ-2-Diabetes führen.

Auch das Kokosöl ist umstritten. Es besteht hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren, die den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen und das Risiko für Herzerkrankungen steigern können. Der britische Ernährungsforscher Richard Hoffman rät deshalb von Produkten ab, bei denen Kokosöl als Hauptzutat an erster oder zweiter Stelle steht.

Aber: Pflanzliche Käsealternativen haben trotzdem ihre Berechtigung. Sie sind deutlich klimafreundlicher als echter Käse. Pflanzlicher Käse auf Kokosölbasis verursacht etwa 2,0 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Kilogramm – echter Käse liegt bei durchschnittlich 5,7 Kilogramm. Außerdem ist die Herstellung tierfrei und damit ethisch unbedenklicher.

Die Lösung? Pflanzliche Käsealternativen sollten nicht die Hauptquelle für Protein oder Calcium sein. Besser ist es, sie als Genussmittel zu betrachten und gleichzeitig andere pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Tofu und Vollkornprodukte zu essen.

So schützt du dich vor Schadstoffen

Die Verbraucherzentrale hat zehn konkrete Tipps zusammengestellt, wie du die Aufnahme von Mineralöl im Alltag reduzieren kannst:

Weniger Verpackung kaufen. Je größer die Kontaktfläche zwischen Lebensmittel und Verpackung, desto mehr Stoffe können übergehen. Voluminöse Verpackungen mit wenig Inhalt sind besonders problematisch.

Lose Ware bevorzugen. An der Frischetheke oder beim Bäcker gibt es oft unverpackte Alternativen. Das reduziert den Kontakt mit potenziell belasteten Materialien.

Glas statt Plastik. Bei Glas findet kein Stoffübergang statt. Für Produkte wie Nussmus oder fermentierte Aufstriche ist Glas die bessere Wahl.

Zu Hause umfüllen. Produkte mit längerer Haltbarkeit solltest du nach dem Öffnen in Glas- oder Porzellangefäße umfüllen.

Nicht in der Verpackung erhitzen. Mit steigenden Temperaturen wandern mehr Stoffe ins Lebensmittel. Fertiggerichte immer in mikrowellengeeignetes Geschirr umfüllen.

Fett- und säurehaltige Lebensmittel schützen. Diese Produkte nehmen Inhaltsstoffe aus Verpackungen besonders leicht auf. Sofort nach dem Kauf in geeignete Behälter umfüllen.

Eingeschweißte Ware auspacken. Auch vor dem Einfrieren sollten eingeschweißte Lebensmittel in geeignete Behälter umgefüllt werden.

Konserven umfüllen. Reste aus angebrochenen Dosen gehören nicht in den Kühlschrank. Vorher in ein anderes Gefäß umfüllen.

Diese Tipps helfen nicht nur bei pflanzlichem Käse, sondern bei allen fetthaltigen Lebensmitteln. Mineralölrückstände sind nämlich kein spezifisches Problem von pflanzlichen Produkten – sie finden sich auch in Butter, Schokolade, Rapsöl und vielen anderen Produkten.

Selbermachen ist eine Option

Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du pflanzlichen Käse auch selbst herstellen. Das ist einfacher, als es klingt. Für einen simplen Parmesan-Ersatz brauchst du nur Cashewkerne, Hefeflocken, Salz und Knoblauchpulver. Alles zusammen in einen Mixer, fertig. Hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

Auch Frischkäse lässt sich leicht selbst machen. Cashewkerne über Nacht einweichen, dann mit etwas Wasser, Zitronensaft, Salz und Kräutern pürieren. Schmeckt richtig gut und du weißt genau, was drin ist.

Für Mozzarella gibt es ebenfalls simple Rezepte: Kartoffelstärke, Hefeflocken, Sojadrink, Margarine und Salz unter Rühren erhitzen, bis eine zähe Masse entsteht. In kaltes Wasser geben, fertig. Dauert keine zehn Minuten.

Der Vorteil beim Selbermachen: Du hast die volle Kontrolle über die Zutaten. Du kannst Bio-Nüsse verwenden, auf Zusatzstoffe verzichten und den Salzgehalt selbst bestimmen. Außerdem sparst du Verpackung und oft auch Geld.

Das Buch „Veganer Käse“ von Miyoko Schinner enthält über 60 Rezepte für alle möglichen Käsesorten – von Camembert über Cheddar bis zu Blauschimmelkäse. Einige Sorten müssen mehrere Wochen reifen, aber das Ergebnis soll täuschend echt sein.

Was können die Hersteller tun?

Das BVL macht deutlich: Die Hersteller müssen ihre Produktionsprozesse verbessern. Die Daten zeigen nämlich, dass niedrigere Werte möglich sind – einige Produkte sind deutlich weniger belastet als andere.

Konkret können Hersteller folgende Maßnahmen ergreifen: Einsatz von lebensmittelechten Schmierstoffen, die MOSH- und MOAH-frei sind. Strengere Kontrollen der Rohstoffe, vor allem bei Kokosfett. Verwendung von besseren Verpackungsmaterialien ohne Mineralölrückstände. Regelmäßige Laboranalysen der Endprodukte.

Einige Hersteller haben bereits reagiert. Bedda beispielsweise wirbt damit, dass ihre Produkte regelmäßig auf Schadstoffe geprüft werden. Auch Simply V hat angekündigt, die Qualitätskontrollen zu verschärfen.

Verbraucher können den Druck erhöhen, indem sie gezielt bei Herstellern nachfragen: „Wird euer Produkt auf Mineralölrückstände getestet?“ Solche Anfragen zeigen, dass das Thema den Menschen wichtig ist.

Die Politik ist gefordert

Bislang gibt es keine rechtsverbindlichen Höchstgehalte für MOSH und MOAH in Lebensmitteln. Die Europäische Kommission hat zwar Vorschläge gemacht, aber diese sind nicht bindend. Das muss sich ändern.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfehlen bereits, Verunreinigungen mit diesen Stoffen so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar zu halten. Diese Empfehlungen sollten in verbindliche Grenzwerte umgesetzt werden.

Bis dahin können wir als Verbraucher unsere Kaufentscheidungen treffen. Produkte, die wiederholt durch hohe Belastungen auffallen, sollten gemieden werden. Produkte mit guten Testergebnissen verdienen unsere Unterstützung.

Lohnt sich pflanzlicher Käse überhaupt noch?

Trotz aller Probleme: Ja, pflanzlicher Käse lohnt sich. Die Mineralölrückstände sind ein Problem, das die Hersteller lösen müssen und können. Für den normalen Verzehr besteht laut BVL kein Gesundheitsrisiko. Wer bewusst einkauft und auf gut getestete Produkte setzt, kann bedenkenlos zugreifen.

Die Klimabilanz spricht eindeutig für pflanzliche Alternativen. Auch ethisch ist die Entscheidung nachvollziehbar. Niemand muss auf Käsebrot, Pizza oder Auflauf verzichten, nur weil er sich pflanzlich ernähren möchte.

Wichtig ist nur, nicht blind zu konsumieren. Ein Blick auf die Zutatenliste, auf Testergebnisse und auf den Salzgehalt hilft, die richtigen Produkte zu finden. Cashew- und Mandel-basierte Produkte sind oft die bessere Wahl. Eigenmarken von Discountern überraschen positiv. Und wer Zeit hat, kann sich auch an selbstgemachte Varianten wagen.

Die Botschaft ist also nicht: „Finger weg von pflanzlichem Käse!“ Sondern: „Kaufe bewusst ein und setze auf Qualität statt Quantität.“

Wie geht es weiter?

Das BVL plant weitere Untersuchungen, um die Datenbasis zu verbessern. Das ist wichtig, denn bislang gibt es erst 67 getestete Proben – der Markt ist deutlich größer. Mehr Daten bedeuten bessere Einschätzungen und gezieltere Maßnahmen.

Auch die Hersteller sind gefordert. Wer frühzeitig reagiert und seine Prozesse verbessert, wird sich vom Wettbewerb abheben. Transparenz wird zum Verkaufsargument: Produkte, die nachweislich auf Schadstoffe geprüft werden, bekommen einen Wettbewerbsvorteil.

Und wir als Verbraucher? Wir können mit unserem Kaufverhalten abstimmen. Gute Produkte unterstützen, schlechte meiden. Beim Hersteller nachfragen, wenn wir uns unsicher sind. Und uns nicht von Schlagzeilen verunsichern lassen, sondern differenziert hinschauen.

Pflanzliche Ernährung ist mehr als ein Trend. Sie ist eine sinnvolle Antwort auf Klimawandel, Tierwohl und Gesundheitsfragen. Damit sie langfristig funktioniert, braucht es aber qualitativ hochwertige Produkte. Die aktuellen Funde sind ein Weckruf – aber kein Grund, aufzugeben.

Häufige Fragen zu Mineralöl in pflanzlichem Käse

Sind alle pflanzlichen Käsealternativen mit Mineralöl belastet? Nein, nicht alle. Von 67 getesteten Proben waren 10 Produkte frei von MOSH-Verbindungen. Auch bei MOAH wurden nur 8 von 67 Proben positiv getestet. Es gibt also saubere Produkte auf dem Markt.

Wie erkenne ich beim Einkauf, welche Produkte weniger belastet sind? Produkte auf Cashew- oder Mandelbasis sind oft weniger belastet als Kokosfett-Produkte. Bio-Siegel können ein Hinweis sein, sind aber keine Garantie. Am besten orientierst du dich an aktuellen Testergebnissen von Öko-Test oder der Stiftung Warentest.

Muss ich jetzt komplett auf pflanzlichen Käse verzichten? Nein, das ist nicht nötig. Für Menschen, die gelegentlich pflanzlichen Käse essen, besteht kein Gesundheitsrisiko. Kritisch wird es erst bei täglichem Konsum großer Mengen, vor allem bei kleinen Kindern.

Sind teure Produkte automatisch besser? Nicht zwingend. Die Öko-Test-Ergebnisse zeigen, dass günstige Eigenmarken von Lidl, Edeka oder Rewe oft genauso gut oder besser abschneiden wie teure Markenprodukte. Preis und Qualität gehen nicht immer Hand in Hand.

Wie kommt das Mineralöl überhaupt in die Produkte? Es gibt mehrere Eintragswege: Bereits bei der Rohstoffgewinnung, während der Verarbeitung (Schmieröle), beim Transport, bei der Lagerung und durch Verpackungsmaterialien. Hersteller müssen an allen diesen Stellen besser kontrollieren.

Was ist der Unterschied zwischen MOSH und MOAH? MOSH sind gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe, die sich im Körper anreichern, aber bisher keine nachgewiesenen Gesundheitsschäden verursacht haben. MOAH sind aromatische Kohlenwasserstoffe, unter denen sich krebserregende Substanzen befinden können. MOAH sind deutlich problematischer.

Welche Produkte sind besonders stark belastet? Produkte mit hohem Kokosfettanteil sind häufiger betroffen. Konkret haben Violife und Noa in Tests schlecht abgeschnitten. Die höchsten Werte wurden bei Produkten gemessen, bei denen Kokosfett die Hauptzutat ist.

Gibt es Rückrufaktionen? Ende 2024 gab es einen Rückruf von „Violife Gouda Geschmack Scheiben“ durch den Hersteller Claus RST/Pural aus Baden-Württemberg. Ansonsten gibt es derzeit keine flächendeckenden Rückrufe, aber die Hersteller sind aufgefordert, ihre Produkte zu verbessern.

Sind Bio-Produkte weniger belastet? Nicht automatisch, aber tendenziell ja. Bio-Hersteller arbeiten oft mit kleineren, neueren Produktionsanlagen und haben strengere Kontrollen. Der Veggie Filata gerieben (Bio) hat beispielsweise sehr gut abgeschnitten.

Was kann ich als Verbraucher tun? Kaufe bewusst ein, achte auf Testergebnisse, bevorzuge Cashew- oder Mandel-basierte Produkte, fülle Produkte zu Hause in Glas- oder Porzellanbehälter um und erhitze sie nicht in der Originalverpackung. Auch Selbermachen ist eine Option.

Wie viel pflanzlicher Käse ist unbedenklich? Das BVL gibt keine konkreten Mengen an, aber macht deutlich: Gelegentlicher Verzehr ist unbedenklich. Problematisch wird es erst bei täglichem Konsum großer Mengen, vor allem bei Kindern. Zwei- bis dreimal pro Woche ist kein Problem.

Warum reagieren die Hersteller nicht schneller? Die Untersuchungen wurden erst Ende 2025 veröffentlicht. Viele Hersteller arbeiten bereits an Verbesserungen. Das Problem ist komplex, weil Mineralöl an vielen Stellen in die Produktionskette gelangen kann. Verbesserungen brauchen Zeit, sind aber machbar.

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