In Berlin gibt es über 260 Anwälte, die sich mit Steuerhinterziehung beschäftigen. Die Auswahl ist also groß. Aber brauchst du überhaupt einen? Und wenn ja, worauf solltest du achten?
Nicht jeder Fehler in der Steuererklärung ist gleich Steuerhinterziehung. Manchmal vergisst man einfach eine Einnahme oder macht einen Rechenfehler. Das Finanzamt korrigiert das meistens ohne großes Drama. Kritisch wird es aber bei bestimmten Situationen.
Ein Anwalt ist sinnvoll, wenn:
Du Post von der Steuerfahndung bekommst oder eine Durchsuchung angekündigt wird. Hier zählt jede Minute. Aussagen ohne rechtlichen Beistand können dir später schaden.
Das Finanzamt eine Betriebsprüfung ankündigt und du weißt, dass nicht alles sauber dokumentiert ist. Ein Fachanwalt kann dich vorbereiten und begleiten.
Du überlegst, eine Selbstanzeige zu machen. Das klingt erstmal einfach, ist aber ein echtes Minenfeld. Fehler machen die Strafbefreiung zunichte.
Dir Schwarzgeld oder nicht versteuerte Einnahmen (zum Beispiel aus Kryptowährungen oder Vermietung) vorgeworfen werden. Die Berliner Finanzbehörden haben ihre digitalen Prüfmethoden in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Kein Anwalt nötig bei:
Kleinen Korrekturen, die das Finanzamt von selbst vornimmt. Einem freundlichen Hinweis auf fehlende Unterlagen. Normalen Rückfragen zu deiner Steuererklärung.
Was kostet ein Anwalt für Steuerhinterziehung in Berlin?
Die Kosten variieren stark. Für eine Erstberatung bei Verbrauchern gilt eine gesetzliche Obergrenze von 190 Euro plus Mehrwertsteuer. Viele Kanzleien in Berlin halten sich daran.
Bei komplexeren Fällen rechnen Anwälte oft nach Stundensatz ab. Der liegt in Berlin zwischen 180 und 400 Euro netto pro Stunde. Fachanwälte für Steuerrecht oder Strafrecht mit viel Routine in diesem Bereich liegen eher am oberen Ende.
Manche Kanzleien vereinbaren auch Pauschalen für bestimmte Leistungen wie die Begleitung einer Selbstanzeige oder die Vertretung im Ermittlungsverfahren. Frag am besten vorher nach, wie die Abrechnung läuft.
Wichtig: Rechtsschutzversicherungen übernehmen bei Vorsatzdelikten wie Steuerhinterziehung normalerweise keine Kosten. Es gibt Ausnahmen bei Premium-Tarifen, aber darauf solltest du dich nicht verlassen.
Wer wenig Geld hat, kann Beratungshilfe beim Amtsgericht beantragen. Dann kostet die anwaltliche Beratung nur 15 Euro Eigenbeteiligung.
Welche Strafen drohen bei Steuerhinterziehung?
Die Höhe der hinterzogenen Summe bestimmt maßgeblich, was passiert. Hier ein Überblick nach aktueller Rechtsprechung:
Bei bis zu 1.000 Euro hinterzogener Steuer gibt es etwa 10 Tagessätze als Geldstrafe. Das ist unangenehm, aber überschaubar.
Bei 5.000 Euro liegen die Tagessätze zwischen 30 und 60. Das kann je nach Einkommen schon mehrere tausend Euro bedeuten.
Ab 50.000 Euro wird es als „großes Ausmaß“ eingestuft. Hier droht eine Freiheitsstrafe, die aber oft noch zur Bewährung ausgesetzt wird.
Ab 100.000 Euro gibt es nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der Regel keine reine Geldstrafe mehr. Eine Bewährungsstrafe ist der Normalfall.
Bei über einer Million Euro wird es richtig ernst. Hier ist eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung wahrscheinlich.
Zusätzlich kommen Nachzahlungszinsen von 6 Prozent pro Jahr auf die hinterzogene Summe. Das summiert sich schnell.
Die Selbstanzeige: Rettungsanker oder Stolperfalle?
Eine strafbefreiende Selbstanzeige nach Paragraph 371 der Abgabenordnung kann dich vor einer Strafe bewahren. Der Haken: Sie muss vollständig und rechtzeitig sein.
Vollständig heißt: Du musst alle falschen oder fehlenden Angaben für mindestens zehn Jahre korrigieren. Nicht nur das, was dir gerade eingefallen ist. Wenn später noch etwas auftaucht, war die Selbstanzeige umsonst.
Rechtzeitig bedeutet: Bevor das Finanzamt dir auf die Schliche kommt. Sobald eine Prüfungsanordnung bei dir eingeht oder die Steuerfahndung vor der Tür steht, ist es zu spät.
Ein Fachanwalt prüft, ob die Voraussetzungen noch erfüllt sind, berechnet die nachzuzahlenden Beträge und reicht alles korrekt ein. Alleine solltest du das nicht versuchen.
So läuft ein Ermittlungsverfahren in Berlin ab
Steuerhinterziehung wird in Berlin vom Finanzamt für Strafsachen und Steuerfahndung verfolgt. Das Verfahren hat typische Phasen.
Der Auslöser kann eine Betriebsprüfung sein, eine Kontrollmitteilung von einer anderen Behörde oder auch eine Anzeige. Die Berliner Finanzverwaltung wertet außerdem systematisch Daten aus, etwa von Airbnb-Vermietungen oder Kryptobörsen.
Die Durchsuchung kommt oft frühmorgens und ohne Vorwarnung. Die Beamten haben einen richterlichen Beschluss dabei und nehmen Computer, Akten und Handys mit.
Die Vernehmung folgt später. Hier gilt: Du hast das Recht zu schweigen. Nutze es. Alles, was du ohne Anwalt sagst, kann gegen dich verwendet werden.
Das Ende ist entweder eine Einstellung des Verfahrens, ein Strafbefehl (Geldstrafe ohne Hauptverhandlung) oder eine Anklage vor Gericht.
Den richtigen Anwalt in Berlin finden
Bei über 260 Anwälten für Steuerhinterziehung in Berlin hast du die Qual der Wahl. Ein paar Kriterien helfen bei der Entscheidung.
Spezialisierung prüfen: Ideal ist ein Fachanwalt für Steuerrecht oder Fachanwalt für Strafrecht mit Schwerpunkt Steuerstrafrecht. Manche haben sogar beide Titel.
Bewertungen lesen: Auf Portalen wie anwalt.de findest du Einschätzungen anderer Mandanten. Achte auf konkrete Beschreibungen, nicht nur auf Sternebewertungen.
Erreichbarkeit klären: Bei einer Durchsuchung brauchst du jemanden, der schnell reagiert. Frag nach Notfallnummern oder Wochenendbereitschaft.
Erstgespräch nutzen: Die meisten Kanzleien bieten eine erste Einschätzung an. Nutze das, um ein Gefühl für die Person zu bekommen.
Stadtteile und Kanzleien
In Berlin-Mitte, Charlottenburg und Wilmersdorf findest du besonders viele spezialisierte Kanzleien. Aber auch in Köpenick, Pankow oder Kreuzberg gibt es kompetente Anwälte. Der Standort ist weniger wichtig als die fachliche Qualifikation.
Häufige Fragen zum Thema
Wie lange dauert ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung?
Das hängt von der Komplexität ab. Einfache Fälle können in wenigen Monaten erledigt sein. Wenn Auslandsbezug oder mehrere Steuerjahre betroffen sind, zieht sich das über Jahre.
Kann ich Unterlagen einfach nachreichen?
Ohne formelle Selbstanzeige ist das riskant. Das Finanzamt könnte die Nachmeldung als Eingeständnis werten, ohne dass du Straffreiheit bekommst.
Was passiert bei einer Hausdurchsuchung?
Du musst die Beamten reinlassen, aber du musst nichts sagen. Ruf sofort deinen Anwalt an. Er darf bei der Durchsuchung dabei sein und Beschlagnahmungen überprüfen.
Verjährt Steuerhinterziehung?
Die strafrechtliche Verjährung beträgt bei einfacher Steuerhinterziehung fünf Jahre, bei schweren Fällen zehn Jahre. Die steuerliche Festsetzungsfrist liegt bei zehn Jahren. Das Finanzamt kann also lange nachfordern.
Was du jetzt tun solltest
Wenn du Post vom Finanzamt bekommen hast oder dir Sorgen wegen deiner Steuersituation machst, warte nicht ab. Je früher du handelst, desto mehr Optionen hast du.
Mach dir keine Vorwürfe. Fehler passieren. Wichtig ist, wie du damit umgehst. Ein erfahrener Anwalt kann dir helfen, die Situation einzuschätzen und die richtigen Schritte einzuleiten.
Such dir eine Kanzlei in Berlin, die zu deinem Fall passt. Vereinbare ein Erstgespräch. Und dann: Lass die Profis machen.
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