Er gilt als einer der jüngsten dokumentierten Fälle weltweit. Seine Geschichte macht betroffen und wirft gleichzeitig eine wichtige Frage auf: Kann man selbst etwas für die eigene Gehirngesundheit tun?
Die kurze Antwort: Ja, einiges sogar. Auch wenn genetisch bedingte Formen wie bei Andre nicht immer vermeidbar sind, lassen sich viele Risikofaktoren beeinflussen.
Studien gehen davon aus, dass fast die Hälfte aller Demenzerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindert oder zumindest hinausgezögert werden könnten.
Andre war ein fröhlicher junger Mann, den seine Mutter Samantha als unkompliziert und lebenslustig beschrieb. Ende 2022 fielen erste Veränderungen auf. Er wurde vergesslicher, verhielt sich manchmal ungewöhnlich. Die Diagnose kam im Juni 2024, kurz vor seinem 23. Geburtstag. MRT-Aufnahmen zeigten ein Gehirn, das dem eines 70-Jährigen ähnelte. Innerhalb weniger Monate verschlechterte sich sein Zustand so stark, dass er ins Pflegeheim musste und bald darauf im Rollstuhl saß.
Seine Familie hat sein Gehirn und Rückenmark der Forschung gespendet. Sie hoffen, dass sein Fall dazu beiträgt, diese Krankheit besser zu verstehen.
Was du für dein Gehirn tun kannst
Demenz wird oft als Krankheit des Alters gesehen. Andres Geschichte zeigt, dass das nicht immer stimmt. Trotzdem gilt: Die meisten Fälle treten später im Leben auf und hängen mit Faktoren zusammen, die du selbst beeinflussen kannst.
Bewegung steht ganz oben auf der Liste. Dein Gehirn profitiert enorm von regelmäßiger körperlicher Aktivität. 150 Minuten pro Woche reichen schon aus. Das kann Joggen sein, Schwimmen, Radfahren oder einfach zügiges Spazierengehen. Sport verbessert die Durchblutung und kann das Risiko um bis zu 20 Prozent senken.
Ernährung spielt ebenfalls eine große Rolle. Viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und wenig verarbeitete Lebensmittel. Das hält nicht nur dein Gewicht im Rahmen, sondern schützt auch vor Diabetes und Bluthochdruck. Beides sind Risikofaktoren für kognitive Probleme im späteren Leben.
Mentale Aktivität hält dein Gehirn fit. Das muss nicht kompliziert sein. Lesen, neue Sprachen lernen, Rätsel lösen oder ein neues Hobby anfangen. Alles, was dich geistig fordert, trainiert deine grauen Zellen.
Soziale Kontakte werden oft unterschätzt. Menschen, die regelmäßig Zeit mit Freunden und Familie verbringen, haben ein geringeres Demenzrisiko. Einsamkeit und Isolation hingegen können das Risiko erhöhen.
Rauchen aufhören lohnt sich sofort. Zigaretten schaden nicht nur deiner Lunge, sondern auch deinem Gehirn. Beim Alkohol gilt: weniger ist mehr. Die empfohlene Grenze liegt bei maximal 14 Einheiten pro Woche.
Stress im Griff zu haben ist ebenfalls wichtig. Chronischer Stress und unbehandelte Depressionen können das Risiko verdoppeln. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und bei Bedarf professionelle Hilfe machen einen Unterschied.
Ein paar weitere Punkte: Lass dein Gehör regelmäßig überprüfen. Unbehandelte Schwerhörigkeit zählt zu den vermeidbaren Risikofaktoren. Achte auf deinen Blutdruck und Blutzucker. Und schütze deinen Kopf vor Verletzungen, zum Beispiel durch einen Helm beim Radfahren.
Der wichtigste Gedanke zum Schluss
Was gut für dein Herz ist, ist auch gut für dein Gehirn. Diese einfache Regel fasst es ziemlich gut zusammen. Niemand kann garantieren, dass ein gesunder Lebensstil Demenz komplett verhindert. Genetische Faktoren spielen eine Rolle, die sich nicht kontrollieren lässt. Aber du kannst dein persönliches Risiko deutlich senken.
Andres Mutter wollte mit seiner Geschichte vor allem eines erreichen: Bewusstsein schaffen. Demenz ist keine reine Alterskrankheit. Sie kann jeden treffen. Und genau deshalb macht es Sinn, früh anzufangen und auf sich zu achten. Nicht aus Angst, sondern weil du es dir wert bist.
