MSG hat einen miserablen Ruf in Deutschland. Kopfschmerzen, Übelkeit, das berüchtigte „China-Restaurant-Syndrom“ – alles angeblich verursacht durch dieses weiße Pulver mit dem japanischen Namen.
Gleichzeitig steht Aji no Moto in Millionen asiatischer Küchen und wird dort täglich ohne Probleme verwendet. Was stimmt denn nun?
Ich habe mir die Fakten angeschaut, echte Kundenstimmen gesammelt und erkläre dir, ob sich Aji no Moto für deine Küche lohnt.
Was ist Aji no Moto überhaupt?
Der Name kommt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt „Essenz des Geschmacks“. Dahinter steckt Mononatriumglutamat (MSG) – ein Geschmacksverstärker, der für den fünften Grundgeschmack sorgt: Umami.
Diesen herzhaften, fleischigen Geschmack kennst du von Parmesan, reifen Tomaten, Sojasauce oder gut abgehangenen Steaks.
1908 hat der japanische Wissenschaftler Kikunae Ikeda herausgefunden, warum Kombu-Algen so unglaublich würzig schmecken. Er isolierte die Glutaminsäure und entwickelte daraus das erste industriell hergestellte MSG. Ein Jahr später kam es unter dem Namen Aji no Moto auf den Markt.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Reinheitsgrad: über 99% Mononatriumglutamat
- Herstellung: durch Fermentation aus Zuckerrohr, Mais oder Tapioka
- E-Nummer: E621
- Natriumgehalt: etwa zwei Drittel weniger als normales Kochsalz
- Vegan, glutenfrei, keine Allergene
Der Mythos vom gefährlichen Glutamat
1968 schrieb ein Arzt namens Robert Ho Man Kwok einen Brief an das „New England Journal of Medicine“. Er beschrieb Symptome wie Taubheitsgefühle und Herzrasen nach dem Besuch eines chinesischen Restaurants. Das Magazin prägte daraufhin den Begriff „Chinese Restaurant Syndrome“ – und ein Mythos war geboren.
Das Problem: Es gab nie wissenschaftliche Belege dafür.
Was die Wissenschaft heute sagt:
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die WHO und die FDA haben MSG als sicher eingestuft. Glutamat ist eine der am besten erforschten Lebensmittelzutaten überhaupt. Hunderte Studien kommen zum selben Ergebnis: Bei normaler Dosierung ist MSG unbedenklich.
Dein Körper produziert täglich selbst etwa 50 Gramm Glutamat. Es ist ein natürlicher Bestandteil fast aller proteinhaltigen Lebensmittel. In 100 Gramm Parmesan stecken rund 1,2 Gramm freies Glutamat – mehr als in den meisten asiatischen Gerichten mit MSG.
Warum hält sich der Mythos trotzdem?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen eine gehörige Portion Xenophobie gegenüber asiatischer Küche in den 60er und 70er Jahren. Zum anderen das kristalline Aussehen von MSG, das „chemisch“ wirkt – obwohl es durch natürliche Fermentation gewonnen wird. Und nicht zuletzt Marketing: „Ohne Geschmacksverstärker“ klingt auf Verpackungen einfach besser.
Echte Kundenstimmen zu Aji no Moto
Auf Amazon hat das Ajinomoto MSG-Pulver über 4.900 Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,6 von 5 Sternen. 78% vergeben die volle Punktzahl.
Was die Leute positiv finden:
„Das gute alte MSG, der beste Geschmacksverstärker den es gibt. Ich nutze es um meinen Gerichten noch den letzten Pfiff zu geben. Und weil ich es nur sehr dezent einsetze hält das 200g Tütchen bei mir auch schon nen halbes Jahr.“
„Man braucht nur eine Prise und plötzlich schmeckt die Brühe runder, das Gemüse herzhafter und der Asia Wok wie vom Imbiss deines Vertrauens.“
„Plötzlich ist man im Restaurant… es schmeckt 1:1 wie beim Asiaten.“
„Jetzt schmeckt das asiatische Essen wie es soll! Eine kleine Prise pro Person reicht.“
„Verstärkt den Geschmack und ist extrem ergiebig.“
Was manche kritisch sehen:
Ein paar wenige merken an, dass sie bei zu hoher Dosierung ein leichtes Unwohlsein im Magen spüren. Die Lösung ist simpel: weniger nehmen. Eine Rezension fasst es gut zusammen: „Teilweise merkt man es später ein bisschen im Magen… dann weiß man – die Brise war wohl zu groß.“
Andere finden den Preis im Vergleich zu Salz hoch, vergessen dabei aber, dass man pro Gericht nur winzige Mengen braucht.
Wie du Aji no Moto richtig dosierst
Weniger ist mehr – das gilt bei MSG ganz definitiv. Die offizielle Empfehlung von Ajinomoto selbst:
| Gericht (für 2 Personen) | Menge |
|---|---|
| Gebratener Reis | 4-5 g (ca. 1 TL) |
| Pfannengerichte, Omelette | 1,5-2 g (ca. ½ TL) |
| Suppe (pro Person) | 1,5-2 g |
| Fleisch, Fisch, Gemüse | ½ TL für 250g |
Praktische Tipps:
- Starte mit einer kleinen Prise und taste dich ran
- MSG verstärkt vorhandene Aromen, es ersetzt kein Salz
- Am besten während des Kochens zugeben, nicht erst am Ende
- Funktioniert auch als Trockenmarinade für Fleisch („Dry-Aged-Effekt“)
- Löst sich in Flüssigkeiten komplett auf
Wo du Aji no Moto kaufen kannst
Das Pulver gibt es in verschiedenen Packungsgrößen. Je größer die Packung, je günstiger der Kilopreis.
Preisübersicht (Stand Februar 2026):
| Packungsgröße | Preis ca. | Kilopreis |
|---|---|---|
| 93 g | 1,49 € | 16,02 €/kg |
| 200 g | 2,79-3,49 € | 13,95-17,45 €/kg |
| 454 g | 4,49-6,22 € | 9,89-13,70 €/kg |
| 1 kg | 5,99-8,99 € | 5,99-8,99 €/kg |
Bezugsquellen:
- Amazon: Größte Auswahl, schnelle Lieferung, Preise vergleichen lohnt sich → Aji no Moto auf Amazon
- Asia-Supermärkte: Oft günstiger als online, vor allem die großen Packungen
- Kaufland Marketplace: Verschiedene Größen verfügbar
- Spezialisierte Online-Shops: asianfoodlovers.de, asiafoodland.de, goasia.net
Mein Tipp: Für den Einstieg reicht die 200g-Packung völlig aus. Die hält bei normalem Gebrauch locker ein halbes Jahr.
Für wen sich Aji no Moto lohnt
Ja, wenn du:
- Gerne asiatisch kochst und den authentischen Restaurant-Geschmack willst
- Vegetarische oder vegane Gerichte herzhafter machen möchtest
- Mit weniger Salz kochen willst (MSG hat 2/3 weniger Natrium)
- Suppen, Eintöpfe und Saucen auf ein neues Level heben möchtest
- Neugierig bist und den Umami-Geschmack gezielt einsetzen willst
Eher nicht, wenn du:
- Generell empfindlich auf stark gewürzte Speisen reagierst
- Bereits viel Parmesan, Sojasauce oder Tomatenmark verwendest (da ist schon reichlich natürliches Glutamat drin)
- Den Eigengeschmack deiner Zutaten komplett unverfälscht haben willst
Alternativen zu reinem MSG
Falls dir das weiße Pulver zu „künstlich“ vorkommt, obwohl es das streng genommen nicht ist, kannst du den Umami-Geschmack auch anders ins Essen bringen:
- Sojasauce: Klassiker, enthält natürliches Glutamat
- Fischsauce: Intensiv, ein paar Tropfen reichen
- Worcestershire-Sauce: Der westliche Umami-Booster
- Parmesan: Gerieben über alles, nicht nur Pasta
- Tomatenmark: Konzentriertes Umami
- Miso-Paste: Fermentiert und vollgepackt mit Geschmack
- Getrocknete Pilze: Shiitake, Steinpilze – einfach mitkochen
Der Unterschied: All diese Produkte bringen ihren eigenen Geschmack mit. MSG ist geschmacksneutral und verstärkt nur, was schon da ist.
FAQ zu Aji no Moto
Ist Aji no Moto dasselbe wie Glutamat?
Ja. Aji no Moto ist der Markenname des japanischen Konzerns Ajinomoto für reines Mononatriumglutamat (MSG). Der Konzern war 1909 der erste, der MSG industriell herstellte.
Kann man auf MSG allergisch reagieren?
Nein, eine echte Allergie gegen MSG ist wissenschaftlich nicht belegt. Es kann aber sein, dass manche Menschen empfindlicher reagieren als andere – ähnlich wie bei Koffein oder scharfem Essen.
Wie lange hält eine Packung?
Bei trockener, kühler Lagerung mehrere Jahre. Die 200g-Packung hält bei normalem Gebrauch etwa 6-12 Monate.
Darf MSG in Bio-Lebensmitteln verwendet werden?
Nein, in der EU ist MSG als Zusatzstoff in Bio-Produkten nicht erlaubt. Das sagt aber nichts über die Sicherheit aus, sondern folgt der Bio-Philosophie, möglichst wenig verarbeitete Zusatzstoffe zu verwenden.
Warum steht auf vielen Produkten „ohne Geschmacksverstärker“?
Marketing. Viele dieser Produkte enthalten stattdessen Hefeextrakt, hydrolysiertes Protein oder andere Zutaten, die ebenfalls freies Glutamat enthalten – nur unter anderem Namen.
Schmeckt MSG salzig?
Nicht direkt. MSG hat einen eigenen, schwer zu beschreibenden Geschmack: herzhaft, vollmundig, „fleischig“. Dieser Geschmack heißt Umami und ist neben süß, sauer, salzig und bitter der fünfte Grundgeschmack.
Aji no Moto ist kein Hexenwerk und kein Gift. Es ist ein Werkzeug – wie Salz, Pfeffer oder Zucker. Richtig dosiert macht es aus einem guten Gericht ein sehr gutes Gericht. Die Angst davor ist wissenschaftlich nicht begründet und hat mehr mit Vorurteilen als mit Fakten zu tun.
Für ein paar Euro bekommst du ein Pulver, das Monate hält und deiner Küche eine neue Dimension gibt. Ob gebratener Reis, Suppen, Marinaden oder einfach nur Rührei – eine Prise Aji no Moto macht den Unterschied. Probier es aus und bilde dir deine eigene Meinung.
